Indie

Kesselhaus Acoustics

Anti-Plastik: Die Kesselhaus Acoustics fahren Geheimtipps für umme auf

Foto: Alex Kleis

Zum Kotzen sei es, dass der deutsche Pop keine Persönlichkeiten hervorbringe, heißt es auf der Website des Singer-Songwriters Mister Me (s. Foto), dem besonders wichtig ist, kein „Deutschpop-Lappen zu sein, der in jedem Song das Gleiche erzählt“. Der frühere Rapper, der aufgrund einer Autoimmunkrankheit seine Haare verlor, ist nicht nur ein Freund klarer Worte, der Wahlberliner hat mit seinem Album „Zeit bleibt Zeit“ auch bewiesen, dass er durchaus originellere Texte zu Papier bringen kann als die sogenannten Deutschpoeten mit ihrer „Plastik-Mucke“. Nun ist Mister Me zu Gast in der schönen Reihe Kesselhaus Acous-tics, die nach sechs Sommerkonzerten im vergangenen Jahr zur Wintersession in die Kulturbrauerei einlädt.

Da Ende Januar wohl noch nicht mit 28 Grad zu rechnen ist, ziehen die Macher vorsorglich von draußen nach drinnen. Sonst bleibt alles beim Alten: Der Eintritt ist frei, jede Band spielt 30 Minuten, anschließend dürfen die Zuhörer was in den Hut werfen. Diesmal unter anderem für Brian Fennell aus Seattle, den manch einer als Gründungsmitglied des Indie-Rock-Trios Barcelona kennt. Als Solokünstler SYML, das walisische Wort für „simple“, begeistert er mit gefühlvollem Gesang und wundervollen Klavier-Stücken, begleitet von Violine und Cello. Auch der aus dem Tessin stammende Andrea Bignasca, Dino Joubert und das Duo Romie, die das Programm komplettieren, stehen glücklicherweise nicht im Verdacht, Deutschpop-Lappen zu sein. 

Kesselhaus Schönhauser Allee 36, Prenzlauer Berg, Di 30.1., 19.30 Uhr, Eintritt frei

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