Konzerte & Party

Kill It Kid im Comet Club

Kill It Kid

Kill It Kid zählen zu jener Art Bands, bei denen Hören und Sehen nicht recht zusammenpassen wollen. Auf Bandfotos blinzelt Sänger und Gitarrist Chris Turpin mit netter Montagmorgen-Frisur und hochgeschlagenem Lederjackenkragen in die Kameralinse und sieht dabei, genauso wie Mitsängerin Stephanie Ward, nach „Abi 2011“ aus. Öffnet der Mann aus dem britischen Bath aber den Mund, dann landen die Assoziationen ohne Umwege in einer schwülen Szenerie inmitten amerikanischer Flusslandschaften, irgendwo im glühenden Herzen Amerikas. Ein Teil der Songs, die das Quartett auf seinem zweiten Album „Feet Fall Heavy“ versammelt, führen noch tiefer in den Süden. Bei flehenden Stücken wie dem zweistimmigen Gospel „Pray On Me“ meint man, die Klage eines hageren, lebensgegerbten Bluesmannes zu hören. Nun ist Turpin nicht der erste bleiche Jüngling, dem Spielarten wie Blues, Gospel oder Ragtime von Natur aus liegen. Auch Robert Plant war schließlich erst zarte 21, als Led Zeppelins Debüt erschien. Und so beeindrucken Kill It Kid – benannt übrigens nach einem überlieferten Jubelruf aus dem Publikum von Blues-Ikone Blind Willie McTell – weniger durch die Originalität, mit der sie die Frühgeschichte des Rock’n’Roll bearbeiten, als vielmehr durch die  schiere Begeisterung, die sich im Laufe des flott aufgenommenen Albums sofort überträgt.

Text: Ulrike Rechel

Kill It Kid, Comet Club, Di 24.1., 21 Uhr, VVK: 12 Euro

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