Konzerte & Party

Kill It Kid im Comet

Kill It Kid

Das Blues-Revival der letzten Jahre war fest in der Hand amerikanischer Bands. Dass sich auch Briten auf das uramerikanische Genre verstehen, rufen derzeit Kill It Kid in Erinnerung. Der bluesgeprägte harte Rock der Band aus Bath erinnert an Led Zeppelin, mehr noch an den Minimal-Blues eines Jack White. Die Platten der White Stripes prägten denn auch den Soundtrack der Jugend von Sänger Chris Turpin. Auf Whites Spuren erschloss sich der Jüngling mit der eindringlichen Reibeisenkehle die Musik alter Blues-Vorväter wie Robert Johnson und Blind Willie McTell. Auf dem dritten Album der Band, „You Owe Nothing“, kommt der archaische Stil der Briten noch härter gebürstet daher als zuvor. Zwei Monate lang verbrachte die Band dafür in Los Angeles und nahm im Ocean Way Studio auf, dort, wo schon Ray Charles oder die Rolling Stones weilten. „Man hat die Geschichte des Ortes gespürt und das hat sich auf unsere Stimmung ausgewirkt“, erzählt der Sänger. „Wenn du in solchen Räumen bist, dann macht das was mit dir, und du singst anders.“ In Songs wie „I’ll Be The First“ scheint Turpins Kehle schier zu explodieren, oft ergeben sich spannende Verbindungen mit dem lakonischen Timbre von Pianistin Stephanie Ward. Dass die Briten erstmals für ein Majorlabel antreten, machte sich für die Band durchaus bemerkbar. „Es war schon ein ganz anderer Prozess als vorher“, so Turpin. „Alles hat sich verlangsamt, du musst plötzlich eine Menge mehr Leute zufriedenstellen. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so lange nicht live gespielt zu haben!“ Aber gerade dann sind Kill It Kid in ihrem wahren Element.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Frank Maddocks

Kill It Kid, Comet, Falckensteinstraße 47, Kreuzberg, Di 14.10., 20 Uhr, VVK: 16 Euro + Gebühr

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