Konzerte & Party

„The Killers“ in der Max-Schmeling-Halle

The KillersEs muss sich seltsam anfühlen, was den Killers täglich wiederfährt. Dass etwa Paul McCartney nach einem Londoner Konzert backstage auftaucht und der Band eine Halloween-Maske als Präsent überreicht. Dass beim Auftritt einer Charity-Initiative Bono sich das Mikro greift und sich Brandon Flowers’ Songzeilen draufschafft. Bei den Smashing Pumpkins, einst Idole der Millionenseller aus Las Vegas, haben sich die Kraftverhältnisse inzwischen sogar umgekehrt. Die Jungstars geben den schwächelnden Helden Schützenhilfe, wo sie nur können. The Killers sind an der Spitze angelangt. Nicht, dass dies überraschend käme – hat das Quartett, das sich erst vor sieben Jahren per Annonce fand, doch bereits mit seinem Debüt 2004 einen Rekordstart hingelegt. „Hot Fuss“ hat sich bis heute fünf Millionen Mal verkauft. Dabei herrschte damals Gedränge in der Sparte aufstrebender Gitarrenbands mit Faible für britischen New Wave а la Joy Division. Ob Interpol, Franz Ferdinand oder The Bravery: The Killers haben alle anderen locker abgehängt.
An den Sympathiewerten der Band, die auf Fotos posiert wie ein Trupp gelangweilter Komparsen aus „Mad Max“, kann der Triumph kaum liegen. Es ist nicht lange her, da verscherzte man es sich noch regelmäßig mit seinen Fans, ließ Auftritte platzen oder spielte halbfertige Sets, bei denen Brandon Flowers nach ein paar Songs wieder verschwand. In In­terviews fiel der gläubige Mormone und junge Familienvater öfters mit Gewettere gegen andere Bands auf oder wegen zwiespältiger politischer Ansichten etwa zum Thema Waffenbesitz. Seine rund fünf Jahre älteren Mitmusiker übten sich hernach meist in der Kunst des Relativierens. Mittlerweile gibt sich die Band wortkarg. Selbst zu Flowers’ obskuren Lyrics ist wenig zu erfahren. Was der schräge Satz „Are we human – or are we dancer?“ aus dem jüngsten Hit „Human“ genauer bedeuten soll, wird in Blogs heiß debattiert. In „Spaceman„, ebenfalls vom ohrwurmprallen dritten Album „Day & Age“, beschreibt Flowers den blutigen Besuch eines Außerirdischen in seinem Schlafzimmer. Ein Alien-Experte war sofort zur Stelle, um den Text zu analysieren. „Völliger Unsinn“, urteilte er. Aliens würden Menschen niemals aufschlitzen.

Lesen Sie den vollständigen Artikel in tip 06/09 auf den Seiten 68/69. 

Text: Ulrike Rechel

The Killers + Louis XIV, Max-Schmeling-Halle, Sa 14.3., 20 Uhr. Das Konzert ist bereits ausverkauft.

Mehr über Cookies erfahren