Konzerte & Party

Killl in der Panoramabar im Berghain

Killl

Dass Norwegen in Sachen extremer Musik ein durchaus frucht­bares Pflaster ist, weiß man spätestens, seitdem der Black Metal einen neuen Bewunderungs-Boom erlebt. Killl, ja, richtig mit drei „l“ –  für die nötige Nachdruck-Emphase – schlagen musikalisch ebenfalls in die derbe Kerbe, lassen sich aber dennoch nicht in eindeutige schwarze Szene-Schubladen-Kategorien stecken. Dafür ist ihr experimenteller Noise-Mix aus mörderischen Metal-Monolithen gemischt mit elektronischen Texturen einfach zu einzigartig. Mit E-Schlagzeug, Tiefton-Frequenz-Tritten in die Magengrube sowie Gitarren-Attacken und Grummel-Gesang setzen sich Killl wohltuend vom Gros generischer Genre-Kost ab. Das Projekt, das aus Mitgliedern so unterschiedlicher norwegischen Bands wie Jaga Jazzist, Single Unit, JR Ewing und No Place to Hide besteht, setzt dabei zudem nicht nur auf akustische, sondern auch auf optische Reizüberflutung. Nicht von ungefähr zählt man für die Stroboskop- und Farb-Spektakel während der Auftritte den eigenen Lichttechniker gleich mit zur festen Bandbesetzung. Somit versprechen Killl eine Live-Erfahrung, die mehr mit einem Acid Metal Rave als einem konventionellen Rock-Konzert gemein hat. Und live wird indes auch künftig die einzige Möglichkeit bleiben, um sich von dem Ausnahmefaktor dieser Band zu überzeugen. Denn Killl veröffentlichen keine Alben oder Singles. Konventionell kann ja jeder. Killl handeln in jedem Bereich lieber nach der Devise „Öfter mal was Noise“.

Text: Frank Thiessies

KILLL, Berghain – Panoramabar, Do 9.9., 21 Uhr, VVK: 20 Euro

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