Konzerte & Party

The Kills im Huxleys

The Kills

Was Alison Mosshart und Jamie Hince nach zehn bewegten Jahren mit The Kills noch fehlt? Eine Meisterleistung, die das Werk dieses wunderbar rabiaten Duos perfekt abrundet. Darauf hingearbeitet haben sie ja zur Genüge. Mit dem letzten Album „Midnight Boom“ versetzten sie ihre primitive Blues-Rock-Berserkerei mit elektronischen Mitteln, dadurch klang das Duo noch bedrohlicher als zuvor. Erste Mitteilungen über den Nachfolger „Blood Pressures“ ließen auf Neuerungen schließen, man habe mehr ausprobiert. Doch der Funke der Begeisterung will nicht so recht überspringen. Kosmetische Veränderungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Substanz langsam wegbröckelt. Der Band wird ein grundsätzlicher Mangel zum Verhängnis, über den Mosshart und Hince schon vor drei Jahren mit der englischen „Times“ gesprochen haben: „Wir sind keine guten Songschreiber. Wir wissen eigentlich gar nicht, wie Refrains und Strophen entstehen. Es ist bei uns mehr wie bei den alten Blues-Sängern, die Voodoo und Musik in einem Atemzug nannten. Für sie seien es nicht Textzeilen, Akkorde oder Rhythmen gewesen, die einen Song unter Strom gesetzt hätten. Die Attitüde der Leute, die diesen Song gespielt haben, hätte den Unterschied gemacht. Genau diesem Ansatz sind wir auf der Spur.“ Bisher haben The Kills ihr Defizit prima mit Leidenschaft und Lust auf Krawall überspielen können. Aber diese unbedingte Bereitschaft ist auf „Blood Pressures“ nicht so vorhanden. Spielt den beiden da etwa der alte Teufel namens Routine einen Streich?

Text: Thomas Weiland

The Kills, Huxleys, Fr 8.4., 20 Uhr (ausverkauft)

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