Konzerte & Party

Kings Of Leon in der Waldbühne

Kings Of Leon

Kings of Leon gehören zu den Ruhelosen, zu den Überfleißigen des Rockzirkus. Seit ihrem dritten Album „Because Of The Times“ gönnen sie sich selbst kaum Zeit zum Durchatmen. „Only By The Night“ folgte nur etwas mehr als ein Jahr später, dann eine Welttour, und schon stand das fünfte Album „Come Around Sundown“ in den Läden. Geradezu fieberhaft liefern sie ab und produzieren dabei fast schon nebenbei Kracher wie „Use Somebody“, „Sex On Fire“ oder „On Call“.
In ebenso rasendem Tempo haben sich Kings of Leon von ihrer musikalischen Heimat, dem Country und Southern Rock, entfernt und hin zur pop-rockigeren Allgemeinverträglichkeit entwickelt. Sie nur auf ihre jüngere Geschichte zu reduzieren, würde jedoch zu kurz greifen. Die Wurzel der drei Followill-Brüder und ihres Cousins liegt in Tennessee. Gerade in den Anfangsjahren machten sie daraus kein Geheimnis und lieferten deutlich simpleren, direkten Südstaatenrock ab, der bewusst auf spärlichere Mittel setzte. Inzwischen sind die Alben der vier vor allem Demonstrationen von wuchtig produzierten, überbordenden Gitarrenflächen, wenngleich über allem stets die Stimme von Caleb Followill thront. Trotz des Pomps bleibt er das Zentrum allen Wirkens: Der ewig Aufgewühlte mit der gepressten, markigen Stimme, dem man jeden Schmerz und jedes Leid nicht nur fraglos abkauft, sondern sich noch dazu allzu gern von ihm in die emotionalen Tiefen der Stücke ziehen lässt.

Text: Nadine Kleber

Kings of Leon + White Lies, Waldbühne, Di 14.6., 18.30 Uhr, VVK: 65,50 Euro

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