Konzerte & Party

„Kissogram“ im Roten Salon

KissogramDamals, es muss so Anfang 2004 gewesen sein, als Kissogram mit einer Handvoll Statisten im Keller der Bötzow-Brauerei einige Live-Sequenzen für ihr Video „Cool Kids Can’t Die“ gedreht haben. Fünf Jahre später, neulich, spielten sie im Scala. Der Laden war voll, und der Gig diente als Warm-up für ihre Tour im Vorprogramm von Franz Ferdinand. Diese wurde mit Bravour beendet, gerade auch im Ausland sorgte der hybride Sound zwischen elektronischer Ekstase und Poser-Pop für Euphorie. Unterm Strich ist das alles auch Rock’n’Roll, verschwitzte Leidenschaft und viel Attitüde, die manche als Eitelkeit klassifizieren. Aber über dem Strich steht ein kalkuliertes kreatives Prinzip.
Früher hätte man das vielleicht noch als Electroclash abgefertigt, heute hat man längst erkannt, dass es viel mehr ist. Ihr drittes Album „Rubber & Meat“ bietet Songs, die sich offen nach allen Seiten präsentieren, zwar vom Synthesizer geführt werden, sich aber von Weltmusik bis Blues von so ziemlich allem inspirieren lassen. Ergänzt durch allerlei Samples und sonstige Technik-Gimmicks ist mit den Jahren und drei Alben ein eigener Sound gewachsen, der sich live – dann übrigens unterstützt von Joe Dilworth (Stereolab, Cat Power) – gerne selbst mit hedonistischem Gestus und koketter Hingabe zelebriert: Ihr Gig in Berlin wird ein Heimspiel, aber die Reise dieser Band wird mit Sicherheit weitergehen.

Text: Jan Schimmang

3 Jahre popmonitor.-liv.berlin“ u.a. mit Kissogram,
im Roten Salon
, Fr 19.5., 21.30 Uhr

Mehr über Cookies erfahren