Konzerte & Party

Kitty Hoff live im Admiralspalast

Kitty HoffsWer Kitty Hoff zum Gespräch bittet, trifft sie im Cafй Fleuris. Es ist der französischste Ort rings um die Kastanienallee – und somit der richtige Fleck. Ihre Songs klingen so angenehm halbwach, wie man das sonst eher aus Frankreich kennt, etwa von Keren Ann oder Coralie Clйment. Die Nouvelle-Chanson Ge­neration ist für Hoff denn auch die stärkere Inspiration als die alten Meister. „Ich mag, wie locker sie mit der Tradition umgehen. Dass sie reinmischen, was ihnen gefällt; je nachdem, was der Song verlangt.
So ähnlich halte ich es, denke ich, auch“, sagt sie. So ist es auch als Kompliment zu werten, dass auf dem neuen Song „Riesenräder“ Coralie Clйment eine Strophe einhaucht; auf Deutsch wohlgemerkt. Eine Brise Nostalgie weht durch die Takte des neuen, insgesamt dritten Albums, mal in Gestalt eines Bossa-nova-Grooves oder eines zimmer­lauten Barjazz-Klaviers. Alltagsdeutsch meidet Hoff; lieber hält sie es mit der zeitlosen Sprache eines Sven Regener. „An Element Of Crime kommt man nicht vorbei bei der Art Songs, die ich schreibe“, sagt sie anerkennend.
Bei den eigenen Songs achtet sie darauf, „dass sich die Sprache nicht so in den Vordergrund schiebt“. So ist der Albumtitel „Zu­hause“ auch als musikalisches Thema zu verstehen. „Ich wollte, dass es genau danach klingt: einfach, direkt und ohne Raumhall“, erzählt die 37-Jährige. Die Platte, die beim deutschen Ableger des Blue-Note-Jazzlabels erscheint, klingt in der Tat so, als könne Kitty Hoff ihre Stücke jederzeit spontan mit ihrer Band im Park spielen: ob es die schlendernde Ballade „Frau auf der Brücke“ ist mit ihrem verqualmten Piano oder das melancholische „Sehr weit oben“: Mit seinen sehnsüchtigen Streichern und dem Chor erinnert der Song ein wenig an französisches Kino. Doch große Dramen bleiben aus.

Text: Ulrike Rechel

Foto: B. Brundert

Kitty Hoff + Forкt-Noire, Admiralspalast , Mi 13.5., 21 Uhr, AK: 19 Euro, Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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