Konzerte & Party

Klee

Als Klee noch Ralley hießen, das war Ende der 90er Jahre, da konnte man sich ihre Welt wie ein munteres Jugendgruppenmiteinan­der vorstellen: eine Clique aufgekratzter Menschen, die per Motorroller in den Club oder zum Zelten fuhren. Das Mod- und BritPoppigste, was Köln seinerzeit zu bieten hatte. Nach dem Jahrtausendwechsel und einem schweren Autounfall wurde aus Ralley Klee, und der Gitarrenpop bekam eine elektronische Frischzellenkur verpasst.

Mit dem Ergebnis, dass Klee seither mit vier Alben ihren fes­ten Platz in den Charts fanden. „Darauf sind wir schon stolz“, meint Gitarrist Tom Deininger, „nicht nur wegen des persönlichen Erfolgs, sondern auch, weil es mit Klee eine Musik in die hiesige Popszene geschafft hat, die hier so vorher noch nicht exis­tiert hat.“ Früher und woanders schon, Klee erinnern an New Order, an The Beloved oder The Lightning Seeds. Dass man nun aber gezielt die einprägsamen Bässe von New- Order-Bassist Peter Hook übernommen hätte, lässt Deininger nicht gelten: „Die Gitarren ganz tief oder den Bass besonders hoch in den Melodiebögen zu spielen, das haben in den 80ern schließlich auch schon The Cure und viele andere gemacht.“ Zudem sind es auch die Texte, die Klee so nahbar machen: Suzie Kerstgens singt in „Zwei Herzen“ oder „Du und Ich“ vom neuen Album „Berge versetzen“ zwar aus der Zweierbeziehung heraus, dies aber so eindringlich, dass sich sehr viele in ihren Gefühlen wie­derfinden.

Text: Hagen Liebing

Postbahnhof, So 9.11., 20 Uhr, VVK: 18 Euro Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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