Festival

Video statt Live: Konzerte vom A L’ARME!- Festival im Stream

Natürlich konnte auch das A L’ARME!-Festival im Corona-Jahr 2020 nicht stattfinden. Die Plattform für aufregende Musik an der Schnittstelle von Free Jazz, Experimental, Noise und sonstiger avantgardistischer Strömungen präsentiert seit einigen Jahren die spannendsten Künstler*innen und Acts, die jenseits der ausgetretenen Pfade musikalische Welten bespielen, in die man meist nur selten Einblick bekommt.

A L’ARME!-Festival im Stream: der Elektronikmusiker Carsten Nicolai aka Alva Noto. Foto: Dieter Wuschanski
A L’ARME!-Festival im Stream: der Elektronikmusiker Carsten Nicolai aka Alva Noto. Foto: Dieter Wuschanski

Doch die Pandemie schreckt auch vor den abenteuerlichsten Projekten nicht zurück und so musste die achte Ausgabe des Festivals verschoben werden. Das Team um den Festivalleiter Louis Rastig hat sich vorgenommen, die Live-Konzerte zum nächstmöglichen Termin nachzuholen. Wann genau das sein wird, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.

Doch vorerst müssen sich eingefleischte Fans und neugierige Geister mit der „Video Edition“ begnügen. Natürlich sind Streams auf dem heimischen Computer kein Ersatz für die Erfahrung, die man bei einem A L’ARME!-Konzert macht, doch das Videoprogramm ist dennoch sehenswert und eine echte Alternative zu dem ganzen Zeug, das man sich in den Mediatheken und bei großen Anbietern wie Disney und Netflix ohnehin ständig reinzieht.

A L’ARME! zeigt Videos von Alva Noto, Mieko Suzuki und Caspar Brötzmann

„Improvisation ist der Musik gewordene Ausdruck von Veränderung und damit das Pendant zum gegenwärtigen, allumfassenden Transformationsprozess“, schreiben die guten Menschen von A L’ARME! auf ihrer Webseite. Mit diesem Credo im Kopf kann man auf insgesamt acht Konzertvideos zugreifen.

Das Spektrum reicht von der Kooperation des zwischen Architektur und Performance arbeitenden New Yorkers Alex Schweder und der in Berlin lebenden japanischen Klangkünstlerin Mieko Suzuki über ein Projekt des Elektronikmusikers Carsten Nicolai, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Alva Noto bis zum Auftritten von dem Gitarrenkrachgott Caspar Brötzmann und dem aus Andrea Neumann, Sabine Ercklentz und wiederum Mieko Suzuki bestehendem Trio Contagious.

Die Videoaufnahmen sind exklusiv für A L’ARME! produziert worden und können auf der Website des Festivals gestreamt werden.


Mehr zu Musik in Berlin

Wolfgang Doebeling fehlt, deshalb muss seine Radioeins-Sendung „Roots“ muss zurückkehren, finden die Fans. Ihre Petition könnt ihr hier unterzeichnen. Wir blicken zurück auf Berghain, Pet Shop Boys und Bumssoundtrack: die besten Berliner Alben 2020. Sie schafft Klangräume und lässt sich vom 91,4-Radiosound inspirieren: unser Porträt der Berliner Musikerin Ava Vegas. Und sie klingt mit ihrer Altstimme unverwechselbar: Stella Sommer ist der perfekte Soundtrack für Nouvelle-Vague-Filme. Und er dürfte der gefragteste Mann der Berliner Indie-Szene sein: Max Rieger, für den die Tür zum Pop weit offen steht.