Tribute oder Trash?

Altmodisch? Aber hallo!

Zwischen Kalifornien und NRW: John Diva and The Rockets Of Love halten dem Schwanzrock die Stange

Inhaliert Steak als Hobby: John Diva Foto: Eike Loge

Vor 35 Jahren, so schreibt der „Metal Hammer“ nicht ohne Bedauern, wäre „Mama Said, Rock Is Dead“, das Debüt von John Diva and The Rockets Of Love, vermutllich zu einem Chartbreaker geworden. Da ist schon was dran: Nichts an der Musik der Band, die von sich selbst behauptet, aus Kalifornien zu kommen, ist modern. Stattdessen erinnert der Sound der Gruppe an einschlägige Größen der Frühachtziger. Das Wirkprinzip kennt man von Steel Panther, vielleicht auch von The Darkness: Klassisches Songmaterial zwischen Hardrock und Hair Metal wird erträglich gemacht, indem exakt jene Menge Fun beigemischt wird, dass das Ergebnis sowohl von Freunden ironischer Brechungen als auch Vertretern der wahren Schule des Rock konsumierbar ist.

Bei John Diva and The Rockets Of Love geht das ziemlich gut auf: Natürlich merkt man, dass das Repertoire der 2013 gegründeten Gruppe in ihren Anfangsjahren vor allem aus Coverversionen bestand. Die Klangästhetik von Songs wie „Lolita“ oder „Dance Dirty“ knüpft auf eine durchaus rührende Art und Weise an die Helden der 70er- und 80er-Jahre an. Zweifel werden hinter Breitbeinigkeit versteckt, Schmachtgefetze ist durchaus gestattet, wird aber spätestens nach ein, zwei Minuten durch markige Gitarrenriffs zur Seite geschoben.

Ob das altmodisch ist? Aber hallo! Diese Band berichtet aus einer Zeit, in der Männer noch drei Mal am Tag große Steaks inhalierten und den Whiskey direkt aus der Flasche tranken. Die Release-Party des Albums stieg übrigens in der Stadthalle Hagen. 1.800 Besucher waren da, vielleicht ja sogar jemand aus Kalifornien.

Musik & Frieden Falckensteinstr. 48, Kreuzberg, Sa 28.12.,
19.30 Uhr, VVK 23,70 € zzgl. Gebühren

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