Konzerte

Ben Howard im Tempodrom

Ben Howard im Tempodrom

Unlängst hat Ben Howard erstmals Platz 1 der britischen Charts geknackt. Auf die Mischung von Wärme und Dunkelheit, die sein zweites Album „I Forget Where We Were“ ausstrahlt, können sich die Briten offenbar generationenübergreifend einigen. Und so hat der Songwriter und Fingerpicking-Spezialist seine kommende England-Tournee konsequent in Sportarenen geplant. Damit hat sich nach Mumford & Sons das zweite Gewächs aus Londons Open-Mic-Community zum Massenmagnet gemausert. Howard hat zudem seine neue Platte aus alter Freundschaft auf dem Communion-Label von Mumford-Musiker Ben Lovett veröffentlicht. Dabei hat der 27-Jährige geahnt, dass die Dinge für ihn tendenziell größer werden würden und dass er ein weiteres Spielfeld aufmachen wollte als auf dem minimalistischen, intimen Erstling „Every Kingdom“. Eine Band hat er hinzugeholt und die Laut-Leise-Dynamik angekurbelt, ohne aber sein Gespür für feinen Stimmungswandel zu verlieren. Das führt zu Songs, die man dem Leisetöner mit dem hellen Soultimbre noch vor einem Jahr nicht unbedingt zugetraut hätte: bluesige Epen wie das spannungsvolle „End of the Affair“ etwa, das auf halber Strecke verebbt, um sich dann mit treibendem Schlagzeug und Gitarrenpickings aufzutürmen – Tiefenräume, passend zum Platz, den er künftig bespielt.   

Text: Ulrike Rechel

Foto: Universal Music

Tempodrom Möckernstraße 10, Kreuzberg, ?Do 27.11., 20 Uhr, VVK: 33 Ђ zzgl. Gebühr

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