Konzerte

Cold Specks

Sie hat sich wirklich in Windeseile einen Namen gemacht. Schon nach ihrem ersten Album „I Predict A Graceful Expulsion“ waren viele Kollegen restlos von Al Spx überzeugt. Oder wie erklärt es sich, dass diese Sängerin, die sich als Künstlerin Cold Specks nennt, im Herbst 2013 in Toronto aus Anlass des 70. Geburtstags von Joni Mitchell auftreten durfte? Überdies war sie bei Moby, Swans und Avantgarde-Jazzer Ambrose Akinmusire im Studio zu Gast. All diese Leute haben sich vom Hang zur Natürlichkeit berauschen lassen. Allein mit ihrer Stimme sorgt Spx schon für Gänsehaut. Da hat sie etwas mit ihren Vorbildern in Gospel und Soul gemeinsam, mit Mahalia Jackson, Sister Rosetta Tharpe und Nina Simone. Die Jungbegabte zieht es aber nicht nur in eine Richtung. In ihrer Musik steckt auch düsterer Drall, gerade wenn galoppierende Trommeln oder ein frostiger Chor zum Einsatz kommen. Da darf man an Siouxsie Sioux denken. Gut möglich, dass sich Spx das in Britannien angeeignet hat, wo die Euphorie um sie von Anfang an so groß war, dass sie schon vor Veröffentlichung des Debüts in der Fernsehshow von Jools Holland auftreten durfte. Inzwischen lebt Spx wieder in ihrem Heimatland Kanada, mitten in der Musikergemeinde von Montreal. Geändert hat sich dadurch nicht fundamental viel. Auch mit dem zweiten Album „Neuroplasticity“ flößt sie dem Soul wieder düstere Spannung ein, das macht sie einmalig.

Text: Thomas Weiland

Foto: Steve Gullick

Bi Nuu im U-Bahnhof Schlesisches Tor, Kreuzberg, ?Fr 23.1., 20 Uhr, VVK: 20,50 Euro zzgl. Gebühr

Mehr über Cookies erfahren