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Die Antwoord

Die Antwoord

Die große Frage, die über dem Haltbarkeitsdatum des Phänomens Die Antwoord schwebt, lautet: Wie lange kann man ein und dieselbe Persiflage wiederholen, bis auch der Letzte nicht mehr darüber lachen kann? Seit nunmehr fünf Jahren karikieren die beiden Südafrikaner Ninja und Yolandi Visser amerikanische Pop- und HipHop-Stars, äffen ihre Musikvideos und Texte nach und entlarven ihre öffentliche Selbstdarstellung als das, was sie ist: inszeniert, erstunken und erlogen.
Die Message, die sich hinter Die Antwoords opulenten Clips – stets halb Trash-Show, halb Gruselfilm – und den bewusst billig gehaltenen Rap-Rave-Tracks verbirgt, lautet dementsprechend: Das Popbusiness ist ein Riesen-Fake. Nun ist es zwar durchaus sinnvoll, immer mal wieder auf diese Binsenweisheit hinzuweisen, als Eckpfeiler für ein langfristig spannendes Kunstprojekt reicht sie aber sicherlich nicht aus. Yolandis eiskalter Puppenblick, ihre Kleines-Mädchen-Stimme, Ninjas bellender, harter Rap – all das mag am Anfang noch faszinierend unbequem angemutet haben. Das letzte Album „Donker Mag“ machte aber deutlich: Auch diese Absonderlichkeiten können nicht mehr darüber hinweg­täuschen, dass Die Antwoord musikalisch gesehen auf der Stelle treten. Eine Sackgasse, in die sich selbst befördert haben, persiflieren sie doch seit Beginn ihrer Karriere überwiegend Acts der Neunziger- und Nullerjahre; Bands also, deren Zenit schon längst überschritten ist.    
  

Text: Henrike Möller

Foto:
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Columbiahalle Columbiadamm 13-21, Tempelhof, Fr 23.1., ?20 Uhr, ausverkauft

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