Indie-Pop

Einst bei Belle & Sebastian, heute solo überwältigend: Isobel Campbell

Renitente Schönheit: Für die Stunden allein im schottischen Hochnebel. Isobel Campbell singt im Privatclub

Foto: Ashley Osborn

Isobel Campbell hat schon einen weiten Weg hinter sich. Früher war sie die renitente Göre bei Belle & Sebastian, und nachdem sie die Band verließ, ging es für die Schotten bald schon abwärts in die belanglosen Gefilde der Sixties-Retroseligkeit. Fürs Erste stellte sie eine eigene Band auf die Beine (The Gentle Waves), was es dann aber irgendwie auch nicht war, und befreite sich mit ersten Soloprojekten vom Tweepop, dem leisen Sound der ersten Nuller Jahre, in Richtung düsterem Neofolk. Mit Ex-Screaming-Trees-Sänger Mark Lanegan formierte sie die ultimative Neuauflage von Nancy & Lee, also Nancy Sinatra und Lee Hazlewood, sexy und unnahbar, und mit vertauschten Rollen: Er die singende Staffage, sie die Meisterin der Sounds und Kompositionen.

Jetzt ist die 43-jährige wieder solo unterwegs, reifer, abgebrühter, aber auch abgerundeter und zugänglicher in ihrem Gesamtauftritt, sie ist sozusagen mehr bei sich und vereint auf „There Is No Other“ alles, was sie bislang auszeichnete. Es gibt wieder Folkballaden, schönsten Tweepop (die Single „Ant Life“) für die verträumten Stunden allein im schottischen Hochnebel und hie und da sogar etwas Elektronik und Tanzfläche. Live ist das nichts zum Austoben, und doch hat Isobel Campbell Ausstrahlung genug, und nicht zuletzt musikalische Finesse, um für einen Abend voll mit Schönheit, die in der Renitenz liegt, zu sorgen. Sozusagen.

Privatclub Skalitzer Str. 85-86, Kreuzberg, So 16.2., 20 Uhr, VVK 23,80 € zzgl. Gebühren

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