Latin-Pop

José Feliciano ist die Antithese zu Trump: ein kultureller Brückenbauer

Es war im Oktober 1968, da sang ein blinder Musiker aus Puerto Rico vor einem Baseballspiel in Detroit eine sehr persönliche Soulversion der US-Nationalhymne. Ein Skandal! „Blasphemie“, schimpften Nationalisten und warfen dem Gitarristen und Sänger José Feliciano vor, die heilige Hymne verunstaltet zu haben. Damit habe er sich seinen „Platz in der Geschichte gesichert“, sagte José Feliciano selbst. Sein „Soul-Spangled-Banner“ und eine erfolgreiche Latin-Version des Doors-Songs „Light My Fire“ verhalfen ihm zum Durchbruch und einer internationalen Karriere, gekrönt von Grammies und einem Stern auf dem Walk of Fame.

Wenn der heute 71-Jährige nun ausgerechnet zur Weihnachtszeit nach Berlin kommt, dann natürlich auch, weil sich die Menschen Jahr für Jahr an seinem Klassiker „Feliz Navidad“ erwärmen. Eine Brücke zwischen den Kulturen habe er damit gebaut, so José Feliciano, weil er das Stück auf Englisch und Spanisch gesungen habe. Nichts braucht diese Welt im Moment mehr, da sich die Amerikaner einen Demagogen ins Präsidentenamt gewählt haben, der mit einer Mauer droht, Behinderte nachäfft und gegen Latinos hetzt. José Feliciano, der sehbehinderte Lateinamerikaner, verkörpert vieles, was Trump verachtet – und deshalb sollten wir ihn hier umso mehr feiern.

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Wir verlosen 5×2 Freikarten für das Konzert von José Feliciano am 6.12. im Tempodrom. Schickt eine E-Mail mit dem Betreff „Feliz Navidad“ an [email protected].

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