Konzerte

K.I.Z. in der Max-Schmeling-Halle

Als Bühnenoutfit eine Soldatenuniform, als Deko Maschinengewehre mit Luftschlangen-Munition und als Special-Sound-Effect detonierende Bomben. Bei einer derart martialischen Show bleibt nicht viel Platz für Humor. Dabei waren es doch genau ihre maximal-ironischen Texte, die die vier Berliner Rapper von anderen Hip Hop Crews unterschieden. Publikumslieblinge wie „Urlaub fürs Gehirn“, „Hurensohn“ und „Spasst“ stehen zwar weiterhin auf der Setlist, dennoch geben sich K.I.Z. seit ihrem letzten Album „Hurra die Welt geht unter“ sehr viel seriöser. „Dass es weniger Schenkelklopfer gibt, hängt damit zusammen, dass man – um Battle-Rap-Songs interessant zu halten – zwangsläufig ins Klamaukige abrutscht“, erklärt Nico. Auf Dauer sei das aber langweilig, deshalb hätten sie sich diesmal richtige Themen vorgeknöpft. Unglückliche Kindheitserinnerungen an alkoholsüchtige, nachlässige Eltern zum Beispiel, wie im neuen Song „Käfigbett“. Wobei dieser – auf die Bühne gebracht – dann doch wieder an Schwere einbüßt: Im Intro zu „Käfigbett“ klettert Maxim nämlich in Windeln gekleidet aus einer überdimensionalen Vagina. Das soll wohl provozieren und gegebenenfalls auch irritieren. Denn am Ende des Konzertspektakels fragt man sich dann doch, ob die neue Ernsthaftigkeit womöglich nicht doch nur ironisch gemeint ist.   

Text: Henrike Möller

Foto:
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Max-Schmeling-Halle Falkplatz 1, Prenzlauer Berg, Fr, 18.12., 20 Uhr, ausverkauft

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