Musiktipps

Konzerte diese Woche in Berlin: Unsere Tipps für Livemusik

Welche Konzerte finden diese Woche in Berlin statt? Die Auswahl ist groß, nach Monaten des Verzichts könnt ihr jeden Tag live einen anderen Act sehen. Jede Woche geben wir euch Tipps für die Auftritte, die sich besonders lohnen, mit den wichtigsten Infos zu Tickets, Terminen und Auftrittsorten. Die Konzerte diese Woche in Berlin solltet ihr euch nicht entgehen lassen.


The Smile

The Smile bestehen aus Thom Yorke sowie Jonny Greenwood von Radiohead und dem Jazz-Schlagzeuger Tom Spinner. Foto: Alex Lake

Auch wenn die Musikjournalisten gern von der nächsten Supergroup sprechen: The Smile ist in erster Linie ein Projekt, das in der pandemischen Phase reifte. Frontmann Thom Yorke sowie Gitarrist und Filmkomponist Jonny Greenwood (beide Radiohead) wollten nicht darauf warten, dass ihre Hauptband wieder miteinander jammen kann. Sie heuerten Jazz-Schlagzeuger Tom Skinner (Sons Of Kennet) und veröffentlichten im Januar die erste Single „You Will Work in Television Again“. Bei den ersten Konzerten in London wurde deutlich, dass innerhalb der Dreier-Konstellation keine Hierarchie herrscht: So gibt es auf der Bühne kein Zentrum. Mittlerweile liegt auch das Debütalbum vor.

  • Tempodrom Möckernstr. 10, Kreuzberg, Fr 20.5.22, 20 Uhr, Tickets 54,30 €, weitere Infos und Tickets hier

Konzerte diese Woche in Berlin: Mattiel

Mattiels Moll-Töne zwischen Indie und klassischem Rock funktionieren wunderbar. Foto: Brandon McClain

Ein Charakteristikum der Lockdown-Platten sind die räumlich getrennten Aufnahmen. So arbeiteten Mattiel Brown und Jonah Swilley aber bereits zuvor. Also setzten sie sich diesmal pandemieuntypisch zusammen, schrieben und nahmen gemeinsam auf. Dennoch ist „Georgia Gothic“ kein rein ironisches Album. Im Gegenteil: Die beiden zelebrieren die Moll-Töne zwischen Indie und klassischem Rock. Und wenn dann plötzlich die Bläser aus dem Nichts auftauchen, wirkt das irgendwie doch ironisch, aber wirklich gelungen.

  • Lido Cuvrystr. 7, Kreuzberg, Sa 21.5.22, 20 Uhr, VVK 17 €, AK 20 €, weitere Infos und Tickets hier

Konzerte diese Woche in Berlin: Mogwai

Mogwai sind für ihre heftigen Lärmwände und atmosphärische Passagen bekannt. Am 21.5. spielt die Band ein Konzert in Berlin. Foto: Antony Crook

Das 25. Bandjubiläum feierte die schottische Postrock-Institution mit ihrem zehnten Studioalbum „As The Love Continues“. Das Rad erfinden sie zwar nicht neu, bieten aber den gewohnten Sound auf hohem Niveau. Die instrumentalen Songs changieren zwischen heftigen Lärmwänden und verspielt-atmosphärischen Passagen.

  • Tempodrom Möckernstr. 10, Kreuzberg, Sa 21.5.22, 20 Uhr, Tickets 45,15 €, weitere Infos und Tickets hier

Danko Jones

Die kanadische Band um Frontman Darko Jones sind ein wahres „Power Trio“. Foto: Dustin Rabin

Musikalisch bewegen sich die Kanadier seit einem Vierteljahrhundert zwischen Hard Rock, Garage und Punk. Mit anderen Worten aus der Mischung aus geerdetem Handwerk mit Mut zur großen Geste entstehen echte Hymnen, die Frontmann Danko Jones (Gesang, Gitarre) live selbstironisch abfeiern. „Power Trio“ lautet passenderweise der Titel des aktuellen Albums.

  • Huxleys Neue Welt Hasenheide 107-108, Neukölln, So 22.5.22, 20 Uhr, Tickets 28,30 €, weitere Infos und Tickets hier

Helge Schneider

Schrullig, unangepasst, virtuos: Helge Schneider spielt gleich fünf Konzerte in Berlin. Foto: meine Supermaus

Vor Strandkörben aufzutreten erwies sich nicht so als das Ding des Mühlheimer Urgesteins. „Ein Mann und seine Gitarre“ klingt zwar nach Lagerfeuer in den Dünen, unter diesem Motto kehrt Helge Schneider aber in die großen Hallen zurück und spielt gleich fünf Konzerte hintereinander im Tempodrom.

  • Tempodrom Möckernstr. 10, Kreuzberg, Di 24.5.22-Sa 28.5.22, 20 Uhr, Tickets ab 38,50 €, weitere Infos und Tickets hier

Konzerte diese Woche in Berlin: Pinegrove

Pinegrove setzen sich mit ihrer Musik für die Umwelt ein. Foto: Balarama Heller

Die US-amerikanische Band Pinegrove sorgt sich nicht nur musikalisch um die Umwelt. Auf ihren Social-Media-Kanälen macht die Gruppe Werbung für den Klimaschutz und Aktivismus. Ihre Musik spiegelt in ihrer Zerbrechlichkeit, Leichtigkeit, Melancholie und gelegentlichen Wut, aber vor allem in purer Sanftmütigkeit, die Seele der Natur. 

  • Hole44 Hermannstr. 146, Neukölln, Di 24.5., 20 Uhr, VVK 22,40 €, weitere Infos und Tickets hier

Konzerte in Berlin: Klee

Klee bewahren sich trotz Schicksalsschlägen einen gesunde Optimismus. Foto: RBK Fusion

Sängerin Suzie Kerstgens sowie Pianist und Keyboarder Sten Servaes machten sich in der letzten Dekade äußerst rar. Nach „Aus lauter Liebe“ (2011) folgte mit „Hello Again“ (2015) zwar noch ein Cover-Album, aber ansonsten war bei der Kölner Pop-Band Ruhe im See. Grund dafür seien „Trennungen, Tod, Trauer“ gewesen. Das hört man der neuen Platte „Trotzalledem“ nicht an. Der optimistische Deutsch-Pop regt an, aus dem hamsterrad auszubrechen und statt zu resignieren, etwas Neues auszuprobieren.

  • Hole44 Hermannstr. 146, Neukölln, Mi 25.5.22, 20 Uhr, Tickets 29 €, weitere Infos und Tickets hier

Konzerte diese Woche in Berlin: Eagles of Death Metal

Konzerte diese Woche in Berlin: Die Eagles of Death Metal spielen keinen Death Metal. Foto: Imago/Gonzales Photo/Terje Dokken

Durch den coronabedingten Tourstau und zahlreiche Termin-Verschiebungen stellen zahlreiche Bands bei ihren Konzerten ein Jubiläum und nicht unbedingt ein neues Album in den Vordergrund. Jesse Hughes und seine Eagles of Death Metal machen da keine Ausnahme, sie kehren im Rahmen der skurril betitelten „The 24th Anniversary Tour“ nach Deutschland zurück. Noch immer aktuell ist das Cover-Album, auf dem die Band Hits von u.a. Guns’n’Roses, den Ramones oder George Michael in ihrer unvergleichlichen Mischung aus Garage, Glam und Punk interpretiert.

  • Metropol Nollendorfpl. 5, Schöneberg, Do 26.5.22, 20 Uhr, Tickets ab 39 €, weitere Infos und Tickets hier

2raumwohnung

2Raumwohnung in der Ipse 2017. Nun feiern sie endlich 20 Jahre Live. Und das einmal kleiner, einmal größer. Foto: Imago/Pop-Eye/Ben Kriemann

Im Sommer schwitzen wir bei 36 Grad, wenn Inga Humpe und ihr Lebensgefährte Tommi Eckart uns auffordern, spielen wir gern mit. Die Tour zum 20. Geburtstag des Projekts musste wie so viele verschoben werden, aber das ist nicht das Ende, Baby, natürlich nicht. Die Nachholshow zum runden Geburtstag findet am 27.5. in der Columbiahalle statt. 36 Grad garantiert.

  • Columbiahalle Columbiadamm 13-21, Tempelhof, Fr 27.05., Tickets an allen bekannten Vorverkaufsstellen, 45 €

Creutzfeld & Jakob

Hip-Hop aus dem Ruhrgebiet mit Creutzfeld & Jacob. Foto: Universal Def Jam/Alessio Pizzicannella.com

Es deutete sich bereits vor einigen Jahren an, dass die Ruhrgebiets-Hip-Hopper auf die Bühnen zurückkehren könnten. Lakmann One erklärte 2016 in einem Interview, dass er Lust auf eine Reunion habe. Sein Partner Flipmann arbeitet mittlerweile als leitender Neurochirurg im Universitätsklinikum Essen. Das ist aber kein Hinderungsgrund, Tracks der beiden Albenklassiker „Gottes Werk und Creutzfels Beitrag“ (2000) und „Zwei Mann gegen den Rest der Welt“ (2003) zu rappen. Wer weiß, vielleicht haben die beiden auch neues Material im Gepäck.

  • Gretchen Obentrautstr. 19-21, Kreuzberg, Sa 28.5.22, 20 Uhr, Tickets 30 €, weitere Infos und Tickets hier

Peach Pit

Konzerte diese Woche in Berlin: Peach Pit leben den 60s-Vibe. Foto: CAA

Neil Smith (Gesang, Gitarre), Christopher Vanderkooy (Gitarre), Peter Wilton (Bass) und Mikey Pascuzzi (Schlagzeug) spielen seit Schulzeiten zusammen. Unlängst ist ihr drittes Album „From 2 to 3“ erschienen, auf dem die Kanadier ihren Indierock auffächern: Einflüsse von Folk, Alternative Country, Americana und 60er-Jahre-Pop treten deutlich stärker in den Vordergrund. Smiths wärmender Gesang, das Verwenden akustischer Instrumente und das ausgeklügelte Songwriting machen „From 2 to 3“ zu einem sommerlichen Highlight.

  • Heimathafen Neukölln Karl-Marx-Str. 141, Neukölln, Sa 28.5.22, 21 Uhr, VVK 26 €, weitere Infos und Tickets hier

Konzerte diese Woche in Berlin: Shellac

Shellac spielen energetischen Post Hardcore. Foto: Promo

Gitarrist Bob Weston und Frontmann Steve Albini wirken hauptberuflich als erfolgreiche Produzenten (u.a. Nirvana). Gemeinsam mit Schlagzeuger Todd Trainer riefen sie in den 1990er-Jahren in Chicago Shellac (auch bekannt als Shellac of the North America) ins Leben. Ihr energetischer Post Hardcore oszilliert zwischen minimalistischer Präzision und großartigen Lärmeruptionen.

  • Festsaal Kreuzberg Am Flutgraben 2, Treptow, So. 29.5.22, 20 Uhr, Tickets 34 €, weitere Infos und Tickets hier

Bald in Berlin

Beach House 

Beach House reisen mit ihren Fans durch psychedelische Traumwelten. Foto: Imago/Martin Müller

Kaum etwas ist schöner, als in den melancholischen Klangwelten von Beach House zu versinken und sich von Victoria Legrands liebevollem Gute-Nacht-Gesang durch die psychedelischen Sounds lotsen zu lassen. Ein Beach-House-Konzert ist eine spirituelle, emotionale Erfahrung von enormer Wucht. Manchmal sagen drei Keyboardakkorde mehr als hundert Worte, wenn dann aber noch herzzerreißende Zeilen wie „What makes this fragile world go ‚round?“ durch den Raum hallen, ist eh alles vorbei. 

  • Columbiahalle Columbiadamm 13-21, Tempelhof, Mi 8.6.22, 34 €, mehr Infos und Tickets hier

Tempelhof Sounds

Bisher wurden die Strokes und Muse als Headliner bestätigt. Weitere Acts sollen folgen. Foto: Imago/Matrix

Das Festival „Tempelhof Sounds“ sorgt endlich wieder für Livemusik auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof. Vom 10. bis zum 12. Juni 2022 könnt ihr vielversprechende Headliner und interessante kleinere Acts in einzigartiger Kulisse erleben. Mit von der Partie sind unter anderem die Strokes, Muse, Interpol, Alt-J, Idles und Mac DeMarco. Dazu beeindrucken die Hangar und weitläufigen Landebahnen in der Berliner Innenstadt visuell. Wie das erste Berliner „Lollapalooza“, das 2015 auf dem Flughafengelände stattfand, wird sicherlich auch das Tempelhof Sounds ein besonderes Festivalerlebnis. Mehr zum Festival „Tempelhof Sounds“ lest ihr hier.

  • Tempelhof Sounds Flughafen Tempelhof, Platz der Luftbrücke 5, 10.6.22-12.6. 22, Tel. 0180/685 37 53, Tagestickets kosten 79€, Wochenendtickets 179€, weitere Infos und Tickets bekommt ihr hier

Pet Shop Boys

Die Pet Shop Boys schreiben nicht nur perfekte Pop-Songs, sondern sind auch in allen anderen Pop-Disziplinen Weltklasse. Foto: Imago/Lorenzo Carnero/ZUMA Wire

Die Pet Shop Boys sind wahre Elektro-Pop-Legenden, die in ihrer nun fast schon 40-jährigen Karriere unzählige Welthits abgeliefert haben. Pop in Perfektion, egal ob musikalisch, lyrisch, visuell oder performativ. Das aktuelle Pet-Shop-Boys Album wurde in den legendären Hansa Studios in Berlin aufgenommen. Eindrücke der Stadt machen sich sowohl klanglich in verschiedenen Songs des Albums bemerkbar als auch bildlich in den Musikvideos. Als Kulisse für das Musikvideo zu Dreamland“ diente beispielsweise der U-Bahnhof Alexanderplatz. Hierbei erscheint der Songtext auf Werbeplakaten, den typischen Bahnhofsfliesen und einfahrenden Zügen.

  • Mercedes-Benz-Arena Mercedes-Platz 1, Friedrichshain, Sa 11.06.22, ausverkauft, evtl. Restkarten, weitere Infos und Tickets hier

King Gizzard and The Lizard Wizard

King Gizzard and Lizard Wizard kennen keine Genregrenzen und liefern in jeder Musikrichtung ab. Foto: Imago/Votos-Roland Owsnitzki

Genregrenzen, nein danke. Acid-Rock, Western-Ballade, Jazz-Folk: King Gizzard and The Lizard Wizard spielen, worauf sie halt so Lust haben. Die australische Band liefert ab, egal in welcher Musikrichtung. Immer psychedelisch, verspielt und abgedreht ist jede Show ein Erlebnis. Auf ihrem bereits 18. Studioalbum tauchen sie in poppigere Gewässer ein. Warme Modularsynthesizer, harmonischere Kompositionen und eingängigere Melodien treffen auf progressiven Anspruch und avantgardistische Kreativität. Das muss einfach gut werden!

  • Tempodrom Möckernstraße 10, Kreuzberg, Di 14.06.22, Tickets ab 37 €

Konzerte 2022: The National

Matt Berninger könnte auch ein entspannter Uni-Professor sein, ist aber exzentrischer Frontmann von The National. Foto: Imago/T. Gadegast/Future Image

In „Mistaken for Strangers“ begleitet Tom Berninger seinen älteren Bruder Matt mit der Videokamera auf Tour. Während Tom ausschließlich Heavy Metal hört und den Tag verträumt, ist Matt gerade mit seiner Band The National auf dem Weg zum Indie-Olymp. Doch Sänger Berninger und seine Mitmusiker wirken überhaupt nicht wie Rockstars. Toms Videoaufnahmen portraitieren die Gruppe rotweintrinkend im Hotel, ganz gemütlich, ohne Exzess. Von Sex, Drugs and Rock’n’Roll keine Spur ,aber das ist ja zur Abwechslung auch mal gar nicht so schlecht.

Auf der Bühne ist dann aber Schluss mit Entspannung. Wie besessen peitscht die Band voran, selbst die wunderschönen ruhigeren Stücke entwickeln sich live zu Feuerwerken. Matt flüstert, grummelt, surrt, schnurrt, singt und schreit. Es gibt wenige Sänger, die über eine solche Bandbreite verfügen und vor allem so eine wahnsinnige Emotionalität rüberbringen. 2022 spielt die Band in der historischen Zitadelle Spandau. Kein Ort könnte besser zu diesen schwergreifbaren Professor-Rockstars passen.

  • Zitadelle Spandau Am Juliusturm 64, Spandau, Mi 15.06.22 Tickets rund 65 €

No Angels

Die No Angels sind zurück. Die Geschichte gibt ihnen Recht. Fotos: Imago/APress

Schon klar, ist so blöder Pop von vor 20 Jahren. Muss man ja sagen. Aber mal ehrlich: Die No Angels sind ziemlich wichtig. Nicht nur, dass sie den Weg bereitet haben für alle anderen Castingshows und zu den erfolgreichsten Girlgroups Europas gehören. Sie hatten auch von Anfang an einen gewissen Zauber inne. Songs wie „Daylight“, ihr Cover von „There Must Be An Angel“ und „Someday“ sind überraschend zeitlos. Das liegt an den wunderbaren Persönlichkeiten der Engel (vier von fünf sind noch aktiv) und der glaubhaften Freude daran, das alles noch einmal durchzuziehen. Wir freuen uns auf die ganz große Open-Air-Nummer. Und bewundern ein bisschen, dass eine 20 Jahre alte Casting-Band immer noch zu den diversesten Acts in Deutschland gehört. Ganz unironisch: Die No Angels sind einfach Kult(urgut). 

  • Wuhlheide Straße zum FEZ 4/An der Wuhlheide, Oberschöneweide, Sa 18.6.22, Tickets rund 70 €

Berliner Philharmoniker in der Waldbühne

Chefdirigent Kirill Petrenko teleportiert die Waldbühne nach Russland. Foto: Chris Christodoulou

Das Saisonabschlusskonzert der Berliner Philharmoniker in der Waldbühne ist jedes Jahr ein Sommer-Highlight. Die Tickets sind sehr begehrt, man sollte sich also schnell um einen Platz in der Open-Air-Location kümmern. 2022 lädt Chefdirigent Kirill Petrenko auf eine musikalische Reise nach Russland ein. Starpianist Daniil Trifonov stellt sich dem äußerst anspruchsvollen Zweiten Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow.

  • Waldbühne Glockenturmstraße 1, Westend, Sa 25.6.22, Tickets ab 26 €, weitere Infos und Tickets hier

Slayyyter

Slayyyters Album „Trouble Paradise“.

Aufgewachsen ist Slayyyter bei St. Louis, musikalisch sozialisierten sie Britney, Christina und Gaga. Und ja, die Einflüsse sind hörbar, gleichzeitig pusht Slayyyter sie ins Jahr 2022, mal ist ihr Ansatz überladen, dann fast spartanisch, aber clubtauglich. Und vor allem nie zu kalkuliert. „Ich mag es, Dinge selbst zu machen, das habe ich immer getan, in jedem Aspekt des Lebens“, sagt sie. „Heutzutage kann man Pop mit großem Budget machen, der aber total DIY ist. Diese Songs sind einfach von mir und meinen Freunden geschrieben. Ich möchte die Ideen roh halten.“

Frühe Singles wie „BFF“, „Daddy AF“ und „Mine“, ernteten Kritikerlob von Rolling Stone, NME, The FADER, V Magazine, Idolator, Paper Magazine und mehr. Schon Monate vor der Veröffentlichung ihres Debütprojekts hatte Slayyyter ihre erste Headliner-Tournee ausverkauft, ohne zuvor überhaupt live aufgetreten zu sein. Nächstes Jahr geht es für Slayyyter dann wieder auf Tour, inklusive zwei Stopps in Deutschland, einer davon in Berlin – im Gretchen. Ein wunderbar kleiner Club für große Popmusik.

  • Gretchen Obentrautstraße 19-21, Kreuzberg, Mo 27.6., Tickets 24 €, mehr hier

Konzerte 2022: Nick Cave And The Bad Seeds

Nick Cave And The Bad Seeds begeisterten schon 2018 in der Berliner Waldbühne. Foto: Imago/POP-EYE/Ben Kriemann

Nick Cave kommt nach Berlin, wo er in den 1980er-Jahren wilde Zeiten mit Blixa Bargeld verbracht hat. Der Meister der Dunkelheit hatte ein bewegtes Leben. Von krasses Drogengeschichten zu unzähligen Umzügen und zuletzt dem tragischen Unfalltod seines Sohnes muss der Sänger viele finstere Emotionen verarbeiten. Am besten geht das bekanntlich mit Musik. Die Vielfalt an expressiven Gefühlsausbrüchen macht Caves Songs einzigartig. Die lyrischen Texte umfassen schwärzesten Abgründen, Schauerromantik, Religiosität, Trauer und die bleibende Hoffnung. Gesanglich mal zerbrechlich, dann wieder kraftvoll oder völlig freidrehend, musikalisch mal balladenhaft, orchestral, elektronisch, sanft, leise, hart und laut: Nick Cave und seine großartigen Bad Seeds bewegen zutiefst.

  • Waldbühne Glockenturmstraße 1, Westend, Tickets rund 85 €, Mi 29.6.22 weitere Infos und Tickets hier

Billie Eilish

Stilsicher: Billie Eilish. Auf ihr Berliner Konzert 2022 freuen wir uns besonders. Foto: Imago/UPI/John Angelillo

Billie Eilish gehört ohne Frage zu den interessantesten Pop-Phänomenen der letzten Jahre. 2019 krempelte die damals gerade mal Siebzehnjährige gemeinsam mit ihrem fabelhaft produzierenden Bruder Finneas O’Connell die Musikwelt um. Ihr Song „Bad Guy“ verkaufte sich über 19 Millionen mal, obwohl oder gerade weil der Stil alles andere ist als glatter, braver Pop. Billie Eilish ist anders: Seltsam und stylisch, Avantgarde und Pop, individuell und unfassbar cool. 2021 meldete sie sich mit neuem Image zurück. Blondierte Marilyn-Frisur und Abendgarderobe statt bunt gefärbtem Emo-Schnitt und schlabbrigen Trapklamotten. Auf ihrem aktuellen Album „Happier than Ever“ beweist die talentierte Künstlerin ihre musikalische wie lyrische Relevanz in verletzlichen, intimen Songs.

  • Mercedes-Benz-Arena Mercedes-Platz 1, Friedrichshain, Do 30.06.22 Tickets ab 53,65 €, weitere Infos und Tickets hier

Konzerte 2022: Udo Lindenberg

Udo Lindenberg ist seit Jahrzehnten ein legendärer Live-Performer. 2022 spielt er gleich zweimal in der Berliner Waldbühne. Foto: Imago/osnapix

Der legendäre Panikrocker hat mal wieder einen eigenen Rekord geknackt. Noch vor dem allgemeinen Verkaufsstart hatten schon Hunderttausend Fans Karten für seine „Udopium“-Tour vorbestellt. Der beliebte Künstler und der Konzert-Veranstalter Think Big haben auf diesen unglaublichen Andrang reagiert und schnell noch ein paar Zusatzshows geplant. So wird Udo nicht nur am ersten Juli in der wunderschönen Waldbühne auftreten, sondern direkt noch den Abend in Folge.

  • Waldbühne Glockenturmstraße 1, Westend, Sa 02.07.22 Tickets ab 59,95 €, weitere Infos und Tickets hier

Shygirl (verschoben auf 13.7.)

Shygirl mit Slowthai auf dem Cover von „BDE“. Foto: Coverart

Die Londoner Rapperin Blane Muise alias Shygirl ist definitiv kein schüchternes Mädchen. Ihr Song „BDE“ mit Slowthai ist, vorsichtig ausgedrückt, sexuell extrovertiert. Auch sonst ist sie eher Kategorie „going the fuck IN“, exzellente Produktionen und rücksichtslose Bars inkludiert. Davon war auch Lady Gaga ausreichend beeindruckt, sodass sie Shygirl grünes Licht gab für einen Remix ihres Songs „Sour Candy“, das Gaga mit der koreanischen Girlgroup Blackpink aufgenommen hatte. Das Berghain sollte Shygirl aber auch ohne Popstars ganz gut bespaßen können.

  • Berghain Am Wriezener Bahnhof, Mi 13.7., Tickets rund 27 Euro

Sofi Tukker

Kommen in die Columbiahalle: Spiel, Satz, Sieg garantiert. Foto: Elizabeth Miranda

Sie machen meist ziemlich poppige Elektromusik, gern gepaart mit Einflüssen aus der ganzen Welt: Sofi Tukker haben sich in den vergangenen Jahren definitiv einen Namen gemacht – auch dank grandioser Konzerte in Berlin, etwa im Astra-Kulturhaus und im Tempodrom. Die nächste Runde ist am 9. September in der Columbiahalle, sie bringen ihr neues Album mit: WET TENNIS, ein Akronym für „When Everyone Tries to Evolve, Nothing Negative Is Safe“. Wird ne Party, ganz sicher.

  • Columbiahalle Columbiadamm 13-21, Tempelhof, 09.09.2022., Tickets an allen bekannten Vorverkaufsstellen, 35 Euro

Snoop Dogg

Snoop Dogg ist eine wahre Westcoast-Legende und verfügt über ein riesiges Hit-Repertoire. Foto: Imago/Media Punch/imageSPACE

Was soll man da noch großartig zu sagen: Tha Doggfather kommt nach Berlin. Kaum jemand hat den G-Funk mehr geprägt als der legendäre kalifornische Rapper. Westcoast-Klassiker wie „Gin and Juice“ und „Murder was the Case“, Hip-Hop-Dauerbrenner wie „Still D.R.E.“ und „The Next Episode“ mit Dr. Dre oder seine Reggae-Vision „Reincarnated“ machen Snoop Dogg zu einem der einflussreichsten Hip-Hop-Künstler aller Zeiten. Unter dem verdienten Motto „I Wana Thank Me“ feiert er sich und musikalische Wegbegleiter wie Warren G, die ebenfalls mit von der Partie sein werden.

  • Max-Schmeling-Halle im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, Am Falkplatz 1, Prenzlauer Berg, Di 13.09.22, Tickets ab 60,75 €, weitere Infos und Tickets hier

Avril Lavigne (verschoben auf den 15.04.2023)

Avril Lavigne, „I’m With You“ ist immer noch großartig. Und jetzt alle: Hijääähijäääähijääääh. Foto: Imago/MediaPunch

Ja, am Ende ist Avril Lavigne auch nur jemand, der die Nostalgie-Welle reitet – der letzte große Song ist dann doch schon ein bisschen her. Das hatte auch mit gesundheitlichen Problemen zu tun, aber eventuell auch damit, dass sich der rotzige Poprock-Schick etwas abgenutzt hatte. Abtun wollen wir Lavigne trotzdem nicht, songs wie „I’m With You“, „My Happy Ending“ und auch „What The Hell“ funktionieren immer noch ziemlich gut. Anzunehmen ist ohnehin, dass die Kanadierin eher ein Greatest Hits denn viele neue Songs vorträgt. Das dürfte ein wunderbarer Abend der Erinnerungen werden. Vor allem nach drei Jahren Verzögerung, Covid sei Dank.

  • Columbiahalle Columbiadamm 13-21, Tempelhof, Tickets ab 55 €, eventuell Restkarten

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