Musiktipps

Konzerte diese Woche in Berlin: Unsere Tipps für Livemusik

Es steht schon wieder nicht gut ums Berliner Konzertangebot. Erneut müssen Shows aufgrund der aktuellen Pandemieentwicklung kurzfristig verlegt oder abgesagt werden. Trotzdem wollen wir noch nicht aufgeben und euch weiterhin die Konzerte der Woche empfehlen. Hier erfahrt ihr alles zu den Acts, Auftrittsorten, Terminen und Tickets. Allerdings können sich die Veranstaltungsbedingungen und Termine jederzeit ändern. Bitte schaut daher am Tag des Konzerts nochmal auf den Internetseiten der Locations, ob die Veranstaltungen wirklich stattfinden.


Katharine Mehrling (01.-13.12.)

Die Berlinerin Katharine Mehrling huldigt Judy Garland mit mehreren Liveshows im Tipi am Kanzleramt. Foto: Barbara Braun/MuTphoto

Mehrlings neues Programm „In Love with Judy“ ist eine Hommage an die Garland, die auch als Sängerin Erfolge feierte. So intoniert Mehrling begleitet von einer achtköpfigen Band beispielsweise „Come Rain or Come Shine“ und natürlich „Somewhere over the Rainbow“. Mit dem Stoff ist sie vertraut: Vor einigen Jahren verkörperte die Berlinerin Judy Garland auf der Bühne des Schlosspark Theaters. Das Stück „End the Rainbow“ zeichnete die letzten Monate der im Alter von nur 47 Jahren gestorbenen US-Schauspielerin nach.

  • Tipi am Kanzleramt Große Querallee, Tiergarten, 20 Uhr, VVK: Tickets ab 34,90 €, weitere Infos und Tickets hier

Yousef Khekia (02.12.)

Yousef Kekhia mischt arabische Poesie, elektronische Elemente und Indiesounds. Foto: Bandcamp

Seine Heimat Aleppo musste der Singer-Songwriter vor acht Jahren verlassen. Die Reflexion verschiedener Lebenswelten spielt auch auf dem neuen, im Dezember erschienenen Album „Polylog“ eine Rolle, beispielsweise im Song „Lan Ansa“. Yousef Kekhia verwebt in seinem außergewöhnlichen Klangkosmos arabische Poesietechniken, elektronische Elemente und klassische Indiesounds.

  • Badehaus Revaler Str. 99, Friedrichshain, 19 Uhr, VVK: 13,50 €, weitere Infos und Tickets hier

Thoom (04.12.)

DIY-Pop vom Feinsten mit Thoom. Foto: Thoom

Die US-Amerikanerin repräsentiert das klassische Do-It-Yourself-Prinzip. Sie arbeitet mit analogen Instrumenten und Elektronik – so entstehen pop-affine Balladen oder sperriger Noise. Zahlreiche Tracks entstanden in Zusammenarbeit mit anderen DIY-Protagonisten, die im übertragenden Sinn eine Band formten, die sich nie begegnete.

  • Volksbühne Rosa-Luxemburg-Platz, Mitte, 21 Uhr, VVK: 14 €, weitere Infos und Tickets hier

Austin Lucas (04.12.)

Austin Lucas denkt nicht in Schubladen. Die Punk-Sozialisierung lässt sich trotzdem erahnen. Foto: Mike Dunn

Der US-Amerikaner wuchs als Punk auf, interessierte sich aber auch für Country und Folk. Von den klassischen Schubladen hat er sich jedoch längst gelöst. Er denke bewusst nicht in Stereotypen, betont Austin Lucas. In seinen Texten bezieht er Haltung für soziale Gerechtigkeit und gegen Dogmatismus. Musikalisch ist sein aktuelles Album „Alive in the Hot Zone“ vor allem eine äußerst elegante Rockscheibe, bei der man seine Sozialisierung zumindest erahnen kann.

  • Privatclub Skalitzer Str. 85-86, Kreuzberg, 20 Uhr, VVK: 19 €, weitere Infos und Tickets hier

Femi Kuti & The Positive Force (05.12.)

Der Sohn des „King of Afrobeat“ steht nicht im Schatten seines Vaters. Foto: Sean Thomas

Der Sohn des „King of Afrobeat“ Fela Kuti (1938-1997) führt das musikalische Erbe seines Vaters fort. Neben dem Album „Legacy“, das er mit seinem 25-jährigen Sohn Made aufnahm, erschien in diesem Jahr auch die Platte „Stop the Hate“. Darauf thematisiert er der Nigerianer den Kampf gegen Rassismus und ideologische Indoktrination sowie Landgrabbing und Ausbeutung der Landbevölkerung.

  • Astra Kulturhaus Revaler Str. 99, Friedrichshain, 20 Uhr, VVK: 28,30 €, weitere Infos und Tickets hier

Bald in Berlin

Avril Lavigne (10.03.2022)

Avril Lavigne, „I’m With You“ ist immer noch großartig. Und jetzt alle: Hijääähijäääähijääääh. Foto: Imago/MediaPunch

Ja, am Ende ist Avril Lavigne auch nur jemand, der die Nostalgie-Welle reitet – der letzte große Song ist dann doch schon ein bisschen her. Das hatte auch mit gesundheitlichen Problemen zu tun, aber eventuell auch damit, dass sich der rotzige Poprock-Schick etwas abgenutzt hatte. Abtun wollen wir Lavigne trotzdem nicht, songs wie „I’m With You“, „My Happy Ending“ und auch „What The Hell“ funktionieren immer noch ziemlich gut. Anzunehmen ist ohnehin, dass die Kanadierin eher ein Greatest Hits denn viele neue Songs vorträgt. Das dürfte ein wunderbarer Abend der Erinnerungen werden. Vor allem nach zwei Jahren Verzögerung, Covid sei Dank.

  • Columbiahalle Columbiadamm 13-21, Tempelhof, Tickets ab 55 €, eventuell Restkarten

Shygirl (16.03.2022)

Shygirl mit Slowthai auf dem Cover von „BDE“. Foto: Coverart

Die Londoner Rapperin Blane Muise alias Shygirl ist definitiv kein schüchternes Mädchen. Ihr Song „BDE“ mit Slowthai ist, vorsichtig ausgedrückt, sexuell extrovertiert. Auch sonst ist sie eher Kategorie „going the fuck IN“, exzellente Produktionen und rücksichtslose Bars inkludiert. Davon war auch Lady Gaga ausreichend beeindruckt, sodass sie Shygirl grünes Licht gab für einen Remix ihres Songs „Sour Candy“, das Gaga mit der koreanischen Girlgroup Blackpink aufgenommen hatte. Das Berghain sollte Shygirl aber auch ohne Popstars ganz gut bespaßen können.

  • Berghain Am Wriezener Bahnhof, Tickets rund 27 Euro

Rósín Murphy (16.05.2022)

Style UND Substance auch lange nach Moloko: Ròisìn Murphy. Foto; Imago/Stefan M Prager

Als Teil von Moloko hat sie Dance-Geschichte geschrieben, solo ist sie mindestens genauso betanzenswert. Zuletzt mit einem Set in der Panorama Bar des Berghains in Berlin unterwegs gewesen, bringt Murphy nun ihre Róisín Machine wieder nach Berlin. In der Columbiahalle erwarten uns sehr dicke Bässe, eine liebevoll unterkühlte, extrem stylishe Bühnenshow und eine Künstlerin, die es verstanden hat, den Club in die Halle zu transportieren. Wird groß.

  • Columbiahalle Columbiadamm 13-21, Tempelhof, 43 €

No Angels (18.06.2022)

Die No Angels sind zurück. Die Geschichte gibt ihnen Recht. Fotos: Imago/APress

Schon klar, ist so blöder Pop von vor 20 Jahren. Muss man ja sagen. Aber mal ehrlich: Die No Angels sind ziemlich wichtig. Nicht nur, dass sie den Weg bereitet haben für alle anderen Castingshows und zu den erfolgreichsten Girlgroups Europas gehören. Sie hatten auch von Anfang an einen gewissen Zauber inne. Songs wie „Daylight“, ihr Cover von „There Must Be An Angel“ und „Someday“ sind überraschend zeitlos. Das liegt an den wunderbaren Persönlichkeiten der Engel (vier von fünf sind noch aktiv) und der glaubhaften Freude daran, das alles noch einmal durchzuziehen. Wir freuen uns auf die ganz große Open-Air-Nummer. Und bewundern ein bisschen, dass eine 20 Jahre alte Casting-Band immer noch zu den diversesten Acts in Deutschland gehört. Ganz unironisch: Die No Angels sind einfach Kult(urgut). 

  • Wuhlheide Straße zum FEZ 4/An der Wuhlheide, Oberschöneweide, Tickets rund 70 Euro

Berliner Philharmoniker in der Waldbühne (25.06.22)

Chefdirigent Kirill Petrenko teleportiert die Waldbühne nach Russland. Foto: Chris Christodoulou

Das Saisonabschlusskonzert der Berliner Philharmoniker in der wunderschönen Waldbühne ist jedes Jahr ein Sommer-Highlight. Die Tickets sind sehr begehrt, man sollte sich also schnell um einen Platz in der Open-Air-Location kümmern. 2022 lädt Chefdirigent Kirill Petrenko auf eine musikalische Reise nach Russland ein. Starpianist Daniil Trifonov stellt sich dem äußerst anspruchsvollen Zweiten Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow.

  • Waldbühne Glockenturmstraße 1, Westend, Tickets ab 26 €, weitere Infos und Tickets hier

Udo Lindenberg Zusatzshow (02.07.22)

Udo Lindenberg ist seit Jahrzehnten ein legendärer Live-Performer. 2022 spielt er gleich zweimal in der Berliner Waldbühne. Foto: Imago/osnapix

Der legendäre Panikrocker hat mal wieder einen eigenen Rekord geknackt. Noch vor dem allgemeinen Verkaufsstart hatten schon hundertausend Fans Karten für seine „Udopium“-Tour vorbestellt. Der beliebte Künstler und der Konzert-Veranstalter Think Big haben auf diesen unglaublichen Andrang reagiert und schnell noch ein paar Zusatzshows geplant. So wird Udo nicht nur am ersten Juli in der wunderschönen Waldbühne auftreten, sondern direkt noch den Abend in Folge.

  • Waldbühne Glockenturmstraße 1, Westend, Tickets ab 59,95 €, weitere Infos und Tickets hier

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