Konzerte

The Maccabees

The Maccabees

Über die Frage, ob ein Shaker (zu Deutsch: Schüttelrohr) wirklich jeden Song aufbessert oder man ihn ab und an besser weglassen sollte, kann man schon mal eine Runde ­streiten. Im Fall der Maccabees dauerte die Diskussion anderthalb Jahre. Um diese Zeitspanne verzögerte sich die Veröffentlichung des vierten Albums „Marks to Prove It“. Streng genommen bereitete dem Londoner Quartett aber nicht nur der Percussion-Part Kopfzerbrechen – auch in anderer Sicht beschreiben die Mitglieder das Songwriting als „schmerzhaft“ und „traumatisch“. Es sei nicht einfach gewesen, die unterschiedlichen Musik­geschmäcker unter einen Hut zu be­kommen, sagte Sänger Orlando Weeks.
Umso erstaunlicher, dass die neue Platte an keiner Stelle angestrengt oder gar resigniert wirkt. Bestes Beispiel ist der Titeltrack: eine stürmische, krachige Gitarrennummer mit subversiver Rhythmik, auffälligen Tempi­wechseln und einem Bruch, der klingt, als wäre kurzzeitig ein Irrenhaus in das ansonsten ­geradlinige Indie-Rock-Firmament ein­gezogen. The Maccabees warten auf „Marks to Prove It“ aber noch mit weiteren Twists auf: diabolischen Saxofonsoli, militärischen Trommeln, Jazztrompeten und jeder Menge Blas­instrumenten. Dennoch mutet die Platte an keiner Stelle überladen an. Ihren Hang zu verträumten, weichen Indie-Rock-Stücken hat die Band nämlich trotz ihrer neu gewonnenen Forschheit nicht verloren.   


Text:
Henrike Möller

Foto: Jordan Hughes

Heimathafen Karl-Marx-Str. 141, Neukölln, Fr 21.8., 21 Uhr, ?VVK: 27,60 Euro zzgl. Gebühr

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