Konzerte

Manuel Göttsching im Roten Salon

Manuel Göttsching im Roten Salon

Zu Beginn der Achtzigerjahre bestand für viele Musiker eine Herausforderung darin, mit neuen elektronischen Instrumenten zu arbeiten. Auch Manuel Göttsching reizte das. Er hatte vorher schon mit Ash Ra Tempel und eigenen Kompositionen Bahnbrechendes geleistet, war aber auch daran interessiert, was Kraftwerk und Tangerine Dream vorgemacht hatten. Das Ergebnis seiner Deutung hieß „E2 – E4“ und erschien 1981.
Es war ein 60 Minuten langes, mit warmen Klängen und sanfter Rhythmik versetztes hypnotisierendes Langwerk, mit dem er unbewusst das vorwegnahm, was später Techno heißen sollte. Göttsching hat dieses exemplarische Werk schon live in Berlin aufgeführt. 2005 spielte er es zusammen mit dem Improvisationsensemble Zeitkratzer mit Orchester und Gitarre in der Volksbühne. Ein Jahr später, aus Anlass der 25-jährigen Jubiläums, führte er es in der elektronischen Version im Berghain auf.
Der heute 63jährige war aber nie ein Künstler, der dieselbe Musik wie auf der Endlosschleife aufführen will. Der Idee, das Stück zu spielen und dazu Elemente einer Lesung einzubinden, für die der früher auch für den tip unter dem Namen Biba Kopf tätige Chris Bohn (jetzt Redakteur beim englischen Magazin „The Wire“) verantwortlich zeichnet, kann er sich dann aber nicht widersetzen. Jetzt bietet sich die Möglichkeit, in Worte zu fassen, was damals geschehen ist. 

  

Text: Thomas Weiland

Foto: Promo

Roter Salon Rosa-Luxemburg-Platz, Mitte, Mo 21.12., 21 Uhr, VVK: 17 Ђ zzgl. Gebühr

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