Konzerte

Michael Chapman im Monarch

Michael Chapman im Monarch

Als es 2011 mit der Konzertreihe „Since The Devil Is Gone I Mostly Feel Lonely“ los ging, sollte eine Lücke zwischen Pop und Folk, Avantgarde und Tradition, E- und U-Musik geschlossen werden. Was erst einmal etwas allgemein klingt, entpuppte sich in den folgenden Jahren als eine fantastische Plattform für Künstler, die anderswo nicht unterkamen, weil sie zu ungewöhnlich, sonderbar, sperrig oder kauzig sein mochten, oder weil einfach nie auf die Idee kamen, mal in Berlin aufzutreten. Den Kuratoren verdankten wir Auftritte von Folk-Legenden Michael Hurley und Peter Walker. Bill Orcutt war da, genauso wie Paul Metzger, der Algerier Rachid Haroun und die Ghanaer King Ayisoba & Band. Amerikanischer Underground und obskure afrikanische Klänge. Virtuose Improvisationen, Noise und brüchige Lieder aus alten Zeiten. Musik von Outsidern, vielleicht auch für Outsider, jedenfalls stets ein Geheimtipp. Nun ist damit Schluss, und weitgehend unbemerkt, bis auf eine kleine Gruppe von Musikliebhabern, endet die Reihe. Der Teufel geht davon und man bleibt einsam und allein zurück. Bevor sich die trübe Stimmung einstellt, wird zum letzten Konzert Michael Chapman aufspielen. 1941 in England geboren, gehört der Singer-Songwriter und Gitarrist seit den Tagen der Swinging-London-Ära der späten 60er-Jahre zur britischen Folkszene. Er arbeitete zu Anfang seiner Karriere mit Mick Ronson, der später mit David Bowie weltberühmt wurde, und Rick Kemp, der mit Stelleye Span Folkrock-Geschichte schreiben sollte. John Peel war ein Fan der ersten Stunde, später wusste auch Thurston Moore (Sonic Youth) die eigenwilligen, frei gespielten Folk-Stücke zu schätzen. Chapman bleibt bis heute, nach mehreren Dutzend Veröffentlichungen, ein Pionier des experimentellen Folk. Wo Musiker wie er in Zukunft auftreten werden, da die Reihe verschwindet, bleibt aber offen.

Text: Jacek Slaski

Foto: Promo

Monarch Fr 30.10., 20.30 Uhr

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