Konzerte

Rae Sremmurd

Rae Sremmurd

Kürzlich erschien im englischen Guardian ein Kommentar über den aktuellen US-HipHop mit dem Titel „How Rap got weird“. Das war treffend beobachtet, denn der Jahrgang 2015 wird zwar überschattet von Kendrick Lamars Großwerk „To Pimp a Butterfly“, einem Dr Dre-Comeback und Vince Staples’ Debütalbum, aber noch nie klang US-HipHop so merkwürdig und offbeat wie in diesem Jahr. Maßgeblichen Anteil daran haben die Grünschnäbel Slim Jimmy und Swae Lee, die bereits vor zwei Jahren unter dem unaussprechlichen Namen Rae Sremmurd (Ear Drummers rückwärts) aus heiterem Himmel den Gaga-Track „No Flex Zone!!“ veröffentlichten. Nicht mal eingefleischte Fans wussten das seltsame Stück damals einzuordnen, das sich im Internet wie ein Lauffeuer verbreitete: Die Wurzeln lagen unverkennbar im Trap und Dirty South (ein provozierend phlegmatischer Stripclub-Beat über eine ansteckend eingängige Synthesizer-Melodie), aber die Musik klang anders als alles, was man bis dahin aus den Südstaaten gehört hatte. Und dann diese Stimmen: An Slim Jimmys kehligem Falsett und Swae Lees hyperventilierendem Cartoonkieksen, kaum dem Stimmbruch entkommen, ist jeder Flow verloren. Völlig zu Recht sind Rae Sremmurd derzeit Everybody’s Darling. Das Konzertjahr endet also mit einem Hip Hop-Highlight und Rae Sremmurd sind das Versprechen auf die ganz große Party ohne Reue.    

Text: Andreas Busche

Foto: Promo

Astra Kulturhaus Revaler Str. 99, Friedrichshain, Mi 25.11., 20 Uhr, ?VVK: 25 Euro zzgl. Gebühr

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