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Neue Crew aus Kreuzberg: TZK machen Rap mit Punk-Attitüde

Berlin hat eine neue Rapcrew. TZK liefern Kreuzberger Rap zwischen Klassenkampf und Kneipentresen. Wir haben BURU INU, BÄNGEL G, Hdes Underground, KLAPSI, OCIN A, Toni Drap und Moses getroffen. Warum ihr sie jetzt kennenlernen solltet.

BURU INU, BÄNGEL G, Hdes Underground, KLAPSI, OCIN A, Toni Drap posieren mit einem Pappaufsteller von Moses. Foto: Shakima Dela Galarza Bello
TZK: BURU INU, BÄNGEL G, Hdes Underground, KLAPSI, OCIN A, Toni Drap posieren mit einem Pappaufsteller von Moses. Foto: Shakima Dela Galarza Bello

Links ist vorbei, was? Nein, wie kann man sowas nur sagen? Als demokratische Partei habt ihr euch damit begraben.“ Die Haltung der Crew ist unmissverständlich. Der kürzlich veröffentlichte Track „Gar nix ist vorbei“ ist eine direkte Antwort auf die Aussage von Friedrich Merz vom 22. Februar 2025, wonach links vorbei sei. Das Cover ziert Merz’ charakteristische Vorderkopf-Haarinsel, die sich Buru Inu als Song-Promo auch kurzerhand selbst rasiert hat.

TZK rappt über Kreuzberger Nächte und Sommer am Block

Kennengelernt haben sich die sieben Berliner in Kreuzberg, vor allem in Kneipen. Auch das hört man in ihrer Musik, in der es auch manchmal einfach um ausschweifende Nächte und bekiffte Sommer am Block geht. Zur Bedeutung der drei Buchstaben TZK bleiben sie bewusst geheimnisvoll, haben aber Lieblingsdeutungen aus der Fan-Community gesammelt: „Tesla zerkratzen“ oder „Tiefflug zur Kneipe“ zum Beispiel. Auch ihre erste EP „Tape zum Kontern“ passt ins Schema.

TZK vor dem Wiener Blut in Kreuzberg. Foto: Marlene Giesecke
TZK vor dem Wiener Blut in Kreuzberg. Buru trägt aus Promo-Gründen eine Friedrich Merz-Frisur. Foto: Marlene Giesecke

Musikalisch kommt bei TZK einiges zusammen. Ocin A arbeitet viel mit Synthesizern, Hdes Underground kommt mehr aus einer Boom Bap-Richtung, Buru arbeitet am liebsten mit Samples, Moses hat eine lange Indie-Rock-Karriere hinter sich. So sind auch die Tracks vielseitig und hüpfen durch Konstellationen und Genres. Immer mit Rap, ohne festen Sound und festes Genre, „aber der rote Faden ist, dass das alles geil ist“, sagt Buru, „und was auch alle Songs verbindet ist die Attitüde. Die ist Punk.“

Diese Haltung endet nicht bei der Musik. So spielten TZK gemeinsam mit Tiefbasskommando in Sonneberg – der ersten Stadt mit AfD-Landrat. „Alle Sanitäter und Feuerwehrleute sind gegangen, weil es denen zu links war“, erzählt die Band. 

Am 26. Dezember erscheint ihre EP „Wir spielen 2030 Columbiahalle“. Die Idee für diesen Titel – und das damit verbundene Ziel – entstand beim Schauen einer Wu-Tang-Clan-Dokumentation, erzählt Moses: „In der Doku sagt RZA: Gebt mir fünf Jahre. Und da haben wir gesagt: In fünf Jahren machen wir die Columbiahalle voll. Das ist eine uralte Idee.“

Bevor es so weit ist, steht aber erst mal das SO36 an. Am 28. Dezember spielen TZK dort ihr Release-Konzert. „Wir werden unsere Texte können“, lacht Bängel G. „Und nach unserem Auftritt haben wir bis vier Uhr ein Programm mit verschiedenen DJs geplant. Wir dachten: Wenn wir den Laden schon mal haben, dann können wir danach auch noch Party machen.“ 

  • SO36 Oranienstr. 190., Kreuzberg, So 28.12., 20 Uhr, VVK 15 €, weitere Infos und Tickets hier

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