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RL Grime im Gretchen

RL Grime im Gretchen

Henry Steinway legt sich gerne Pseudonyme zu. Sein liebstes ist eigentlich Clockwork, mit ihm hat er schon Unmengen von Clubbesuchern zum Tanzen gebracht. Noch populärer ist im Augenblick das, was ihm unter dem Namen RL Grime einfällt. Dabei geht es in Richtung Trap und Tracks stehen im Vordergrund, in denen es kracht, sirenenartig aufheult oder die sich hymnisch aufblähen. Dieses Faible hat Steinway schon dicke Aufträge eingebracht. Es existiert ein RL-Grime-Mix von Kanye Wests „Mercy“, außerdem hat er mit seiner Version von Benny Benassis „Satisfaction“ für Furore gesorgt.
Hier darf man neben massivem Bassbeschuss auch Geräusche bestaunen, die man sonst in einer Werkstatt zu hören bekommt. Mit dem ersten Album „Void“ hat sich der Name RL Grime endgültig etabliert. Bei „Scylla“ hat man den Eindruck, als könne jemand die Finger nicht vom Alarmknopf lassen. Auch Berlins Boys Noize und der pompös prahlende Rapper Big Sean sind zwischendurch beteiligt. Für „Monsoon“ hat Steinway den Klang des Schlagens auf Bambusrohre eingearbeitet, in Gegenwart des Soul-Sängers How to Dress Well geht er es aber auch mal ­ruhiger an.
Diese Kontrastpunkte sind mehr als hilfreich. Angesichts der vielen neuen amerikanischen Produzenten mit Faible für elektronische Musik, die bis in den Mainstream vordringen, ist es nicht verkehrt, wenn man sein eigenes Revier absteckt. Dort überlebt es sich besser.  

Text: Thomas Weiland

Foto: Promo

Gretchen Obentrautstraße 19-21, Kreuzberg, Do 2.4., 23 Uhr, ?VVK: 8 Euro zzgl. Gebühr, AK: 12 Ђ

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