Konzerte

Timber Timbre

Timber Timbre

Als Taylor Kirk 2006 sein Debüt einspielte, machte es der Kanadier ähnlich wie Folkpoet Bon Iver. Abseits von allem mietete der Mann aus Toronto eine Waldhütte und versuchte dort, eine akute depressive Phase zu überwinden. Die Seelenpein floss in Musik ein: minimalistische Bluesstücke nach Art Robert Johnsons. Das Bandprojekt Timber Timbre war geboren und in seinen knisternden Songs prägte sich Kirk als intensiver Erzähler mit androgyner Stimmlage ein. Vier Platten später ist aus dem Ein-Mann-Projekt ein erstaunlich wandelbares Americana-Ensemble gewachsen. „Hot Dreams“ heißt das jüngste Album und hat nicht mehr viel mit abgenagtem Delta-Blues und leisem Doo-Wop zu tun. Nun schlagen Kirks Anfänge als Filmstudent durch. In den eigenen Kopfkinotracks erweisen sich Timber Timbre als Meister der gefährlichen Grundstimmung – man kann sich die eleganten, teils von Saxofon veredelten Partituren bestens zu modernen Noir-Krimis der Coen-Brüder vorstellen.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Promo

Astra Kulturhaus Revaler Str. 99, Friedrichshain, Di 14.7., 21 Uhr, VVK: 25 Euro zzgl. Geb.

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