Konzerte

UB40

UB40

Zwischen der Hauptstadt und dem tschechischen Dörfchen Buchlovice liegen 615 Kilometer. Und doch spielen UB40 an beiden Orten, zur gleichen Zeit und mit Frontmann Campbell. Nur dass der eine Ali mit Vornamen heißt und 30 Jahre lang die Band anführte, der andere hingegen sein Bruder Duncan ist, der ihn 2008 ersetzte. Zähneknirschend musste Ali damals zusehen, wie der eigene Bruder als neuer Leadsänger installiert wurde. Fünf ­Jahre später reichte es ihm endgültig. „I ­watched my brother Duncan murdering my songs“, verkündete er und bezeichnete die Überreste von UB40 als herzlose Tribute-Band. Zusammen mit zwei weiteren Gründungs­mitgliedern, Trompeter Astro und Keyboarder Mickey Virtue, gründete Ali Campbell 2013 erneut UB40. Seitdem streiten beide Bands.
Als in den späten 70er-Jahren der Reggae-Boom in England ausbrach, gehörten UB40 neben Steel Pulse und Aswad zu den Reggae-Newcomern der ersten Stunde. Während die Konkurrenten möglichst dem jamaikanischen Vorbild entsprechen wollten, durchzogen die Arbeiterkinder aus Birmingham Popsongs mit Karibik-Grooves. In Erinnerung sind etwa Neil Diamonds „Red Red Wine“ oder das für Elvis Presley komponierte „Can’t Help Falling in Love“. Sowohl mit Duncan in Tschechien als auch bei Ali und seinen beiden Mitstreitern (Foto) in Berlin werden diese Hits erklingen. Songs, die von guter Laune getragen werden und in ­denen Streit eigentlich keinen Platz hat.?   

Text: Max Müller

Foto: Promo

Huxleys Neue Welt Hasenheide 107, Neukölln, So 23.8., 20 Uhr, ?50 Euro zzgl. Gebühr

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