Konzerte & Party

Konzertkritik: House of Pain im C-Club

House_of_PainDJ Lethal war gar nicht erst angereist. Er ist wieder mit Limp Bizkit unterwegs. Einen Ersatzmann gab es, aber man konnte ihn im C-Club weder richtig sehen noch hören. Los ging es überraschend mit „Apache“, dem Instrumental von The Shadows mit dem berühmten Western-Twang. Das sei als Würdigung an den gleichnamigen Rapper Apache zu verstehen, der im Vorjahr verstorben ist. „It’s all hip hop to me“, ergänzte Rapper und Gitarrist Everlast. Diesen Satz sollte er während des Auftritts ständig wiederholen. Ein HipHop-Konzert wurde es jedoch erst, als sein MC-Partner auf die Bühne kam und der nach ihm benannte Song „Danny Boy, Danny Boy“ ertönte. Der Hüne sah mit Cap und Sweater standesgemäß aus, während Everlast einem angegrauten Baseball-Manager ähnelte.  

Andere Klassiker von House Of Pain folgten. „Back From The Dead“ und „Put Your Head Out“ waren dabei und natürlich „Shamrock & Shenanigans“, mit dem das Duo auf seine irisch-amerikanischen Wurzeln verweist. Die größtenteils männlichen Fans waren sich dieser Herkunft bewusst, sie trugen neben üblicher Band-Wear auch Oberteile, die auf den Fußballverein Celtic Glasgow und den NBA-Club Boston Celtics verwiesen. Gerade diese Leute wollten ganz viel von House Of Pain hören. Doch dann verließ Danny Boy nach etwa einer halben Stunde die Bühne und überließ Everlast und seiner Band die Show.

Dass der zum Bluesmann konvertierte Rapper Johnny Cash als „Original Gangster“ bezeichnete und dazu „Folsom Prison Blues“ spielte, war noch originell. Aber dann wurde es schwierig. Mehrere Stücke aus seinem Solo-Repertoire sorgten rasch für Ermüdung, die eigentlich gar nicht zu House Of Pain gehörenden Bandmusiker hatten entschieden zu viel Raum für nervige Soli. Bei „Jump Around“ kam zwischendurch noch einmal richtig Stimmung auf, der ganze Saal hüpfte vor Freude. Als Everlast danach androhte, er werde in der Zugabe wieder ausschließlich eigene Stücke spielen, gingen viele dann aber doch lieber nach Hause oder in den Biergarten. Diese Mogelpackung wollte man sich ersparen.

Text: Thomas Weiland

Foto: POP-EYE/Schwidrowski

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