Konzerte & Party

Kool Savas in der Columbiahalle

Kool Savas

tip Die Zeiten, als Du noch „Schwule Rapper“ beschimpft hast, sind lange her, hast Du Dich persönlich seither weiterentwickelt?
Kool Savas Vor zehn Jahren war es für mich das Größte, auf der Bühne zu stehen, der geile Rapper zu sein, gefeiert zu werden und dass die Leute sagen: Wow, der hat’s wirklich drauf! Das heißt nicht, dass ich jetzt Schwächen zeige, wenn es um meine Musik geht. Doch meine größte Priorität ist es heute, eine Familie zu gründen, ein gefestigtes Leben zu führen, irgendwo wirklich zu Hause zu sein.

tip Wächst man einfach aus der alten Rolle raus?
Kool Savas Bei mir war’s richtig krass. Ich hätte nie damit gerechnet. Alles andere rückt so dermaßen in den Hintergrund. Das gibt dir noch mal einen ganz anderen Sinn zu leben. Wenn ich sagen würde, ich lebe für Rap, selbst wenn ich das in der Vergangenheit mal von mir gegeben habe, würde das heute einfach nicht mehr der Wahrheit entsprechen. Über jeden, der mir erzählt, dass er um jeden Preis Karriere machen will, kann ich nur lachen.

tip Wo siehst Du denn Deine Position in der Rap-Szene heute?
Kool Savas Ohne mich selbst zu hypen, denke ich ganz objektiv, dass ich da schon eine wichtige Konstante bin. Viele junge Rapper sind verunsichert, es ist ihnen natürlich wichtig, Erfolg zu haben, und das wird nun mal an den Charts und Geld gemessen. Da bin ich für sie schon eine Art Inspiration.

tip Wann hast Du Dich das letzte Mal alt gefühlt?
Kool Savas Als ich mit einem Freund darüber gesprochen habe, dass die Jugendlichen heute HipHop und Paul Kalkbrenner hören und dass das Mac-Miller-Konzert in Hamburg ausverkauft war.

tip Du wurdest auch schon als Macho-Rapper tituliert – was würdest Du tun, wenn Du einen Tag lang eine Frau sein könntest?
Kool Savas Ich wäre schon gern eine hübsche Frau (lacht) und ich würde schauen, was meine Instinkte sagen. Ich weiß, das klingt ein bisschen primitiv, aber ich glaube an dieses klassische Rollenverhältnis mit dem Mann als Provider und der Frau, die das Nest hütet. Aber Frauen sind für mich definitiv das bessere Geschlecht. Sie sind nun mal viel straighter und vernünftiger.

Interview: Christine Stiller

Foto: Katja Kuhl

Kool Savas, Columbiahalle, Sa 28.1., 20 Uhr, VVK: 27 Euro

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