Konzerte & Party

Kraftklub im Astra

KraftklubEs muss schwer sein für junge Bands, in den allzu prägenden, tiefen Fußspuren von Bloc Party, The Hives oder Franz Ferdinand dem Genre Indie-Rock noch etwas Neues hinzuzufügen. Zu sehr ist discotauglicher Indie zur Blaupause geworden. Befolgt man diese, ist man schnell der Kritik ausgesetzt, eine Plastik-Band ohne Innovationstalent zu sein. Befolgt man sie bewusst nicht, bleibt man oft Nischenprodukt. Kraftklub aber schlägt Kritik entgegen, gerade weil sie aus den starren Konzepten des Indie-Rock und Deutschrap ausbrechen. Teils als die „K.I.Z. des Indie-Rock“ vermarktet, bieten sie mit ihrem bewusst inszenierten Underdog-Status zwar genug Angriffsfläche für engstirniges Spartendenken, sind aber eher dessen ironische Brechung. „Wir finden nicht, dass sich all das ausschließt. Man muss nicht immer alles so ernst nehmen.“ Vielmehr ist Spaßhaben und Fans-Erarbeiten die Devise der fünf Chemnitzer. „Noch mal im Sprinter durch Deutschland fahren und allen Leuten, die uns sehen wollen, ‚Hallo‘ sagen. Dann kann das Album kommen, und dann sind wir vielleicht irgendwelche Kommerzschweine. Aber dann haben wir wenigstens einmal eine Tour gemacht, wo alle krass geschwitzt haben und uns in den Armen lagen.“

Text: Maik Werther

Foto: Phillip Weiser

Kraftklub Astra, Sa 17.12., 20 Uhr

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