Konzerte & Party

Kraftwerk-Ausstellung in München

KraftwerkEs ist unbestritten, dass die Düsseldorfer Elektro-Pioniere Kraftwerk in Sachen Musik neue Wege beschritten haben und damit zum Vorbild vieler folgender Bands und Musiker wurden. Nun erfahren die öffentlichkeitsscheuen Computermusiker jedoch auch Anerkennung auf ganz anderem Gebiet. Im Münchener Lehnbachhaus hat man erkannt, dass es nicht nur die Musik ist, die Kraftwerk zu Künstlern werden lässt. Auch mit den visuellen Aspekten ihrer Konzerte hat die Band nachhaltige Akzente gesetzt – weshalb man in der bayerischen Landeshauptstadt ab Samstag (15.10.) im Kunstbau des Museums eine rund einstündige 3-D-Videoinstallation zu Klassikern wie „Roboter“ oder „Radioaktivität“ zeigt. Kurator in dem Haus, das sich normalerweise eher der Kunstgruppe der Blauen Reiter widmet, ist Matthias Mühling. Dieser hatte in einem Essay mit dem treffenden Titel „Boing, bum, tschak“ geschrieben: „Man kann Kraftwerk analog zur Geschichte der Pop-Art und des abstrakten Expressionismus erzählen.“ Mühling hebt die Musiker damit auf eine Ebene mit den Künstlern eben des Blauen Reiters oder auch eines Piet Mondrian.
In einer Mitteilung des Lenbachhauses heißt es, dass die Auftritte von Kraftwerk audiovisuelle Medienereignisse seien und dass es an der Zeit sei, zu zeigen, „wie ihre Klang- und Bildwelten sowohl die Geschichte der Musik als auch die der visuellen Kunst nachhaltig beeinflusst haben.“ Diese Welten holt man in München nun von der Bühne ins Museum und wie groß der Run auf Kraftwerk auch über 40 Jahre nach Gründung der Band ist, zeigt die Tatsache, dass die drei Konzerte, die Ralf Hütter und Co. im Vorfeld der Installation geben, binnen weniger Stunden ausverkauft waren.

Lehnbachhaus Kunstbau, Königsplatz / U-Bahn-Zwischengeschoss, 80333 München

Sa 15.10. – So 13.11.2011, Di – So 10-22 Uhr, Eintritt 5 Euro / erm. 2,50 Euro

Foto: Lehnbachhaus

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