Konzerte & Party

Kylesa im Magnet Club

Kylesa

Die Anfänge von Kylesa aus Savannah, Georgia standen unter keinem guten Stern: In der Nacht ihres ersten Auftritts erlitt Bassist Brian Duke einen epileptischen Anfall und verstarb wenige Tage später an dessen Folgen. Eine Tragödie. „Wir haben sechs Monate gebraucht, um darüber hinwegzukommen“, kommentierte das Gitarrist Phillip Cope einmal. Und auch wenn es pietätlos klingt: Im Rückblick hat jenes Unglück im Juni 2001 nicht unwesentlich dazu beigetragen, Kylesa zu dem zu machen, was sie heute ist – eine Ausnahmeerscheinung im Sludge Metal. Denn vor seinem Tod war Duke für den Großteil des Gesangs zuständig. Nun war seine Band freilich gezwungen, ihr musikalisches Konzept zu überdenken. Also verteilte sie die Stimmenarbeit auf Cope sowie Gitarristin Laura Pleasants, was Kylesa im weiteren Verlauf ihrer Karriere Soundvariationen ermöglichte, die Genrekollegen abgehen. Zum Beispiel eben nicht nur markerschütterndes Gebrüll, sondern auch glockenklare Melodien. Davon abgesehen war und ist das Quintett ohnehin reichlich experimentierfreudig: Auf ihrem am Crust- und Grindcore der Vorgängerband Damad orientierten Debüt schlugen Kylesa noch wild um sich, integrierten anschließend jedoch immer mehr Facetten in ihre Tonfolgen. Neben mächtigen Doom-Gitarren fußen da flirrender Postrock, knarziger Fuzz oder telespielhafte Elektronika auf den monströsen Rhythmen zweier meist synchron trommelnder Schlagzeuge. Dies trägt inzwischen reiche Früchte: „Ultraviolet“, das neue und insgesamt sechste Album, ist eine Schatztruhe, aus der immer wieder neue Klangfarben empordringen.

Text: Roy Fabian

Foto: © Geoff L Johnson Photography

Kylesa + Sierra + Jagged Vision?, Magnet, So 19.1., 20 Uhr, ?VVK: 17 Euro zzgl. Gebühr

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