Konzerte & Party

Lady in Black: Goldfrapp

Goldfrapp im Heimathafen Neukölln in Berlin

Wenn Alison Goldfrapp Interviews gibt, wird die Londoner Sängerin früher oder später nach ihren Modevorlieben gefragt. Schließlich gilt die 47-Jährige als Stilikone, deren exzentrische Looks in der Popwelt oft kopiert wurden. Dieser Tage hat sie zum Thema wenig zu sagen. Schwarz scheint seit Kurzem ihre Leitfarbe zu sein: Von Kopf bis Fuß in der strengen Farbe gewandet präsentierte sie zuletzt die neuen Songs ihrer Band mit Songpartner Will Gregory. Die neue Schlichtheit passt zu dem intimen Klang des neuen Albums „Tales Of Us“, bei dem Will Gregorys Analog-Synthies und Drumcomputer einem edlen klassischen Instrumentarium Platz machen. Jeder Song erzählt die Geschichte eines fiktiven Charakters, von unglücklichen Hollywood-Diven etwa oder verliebten Soldaten. Die Stimmung ist verträumt, soundtrackreife Klänge von Marimbaphon und Streichern oder flötende Sixties-Feengesänge erinnern an dunkle Filmdramen, teils mit einer Prise Hitchcock-Suspense. Dabei ist Alison Goldfrapp nicht mal ein glühender Film-Noir-Fan, wie sie sagt: „Viel aufregender finde ich die Buchvorlagen dieser Filme, in denen es viel grausamer, schmutziger und expliziter zugeht.“ Die letzten drei Jahre seit dem von der Band heute offenbar wenig geliebten Album „Head First“ brachte die Sängerin konsequent abseits der Glamourwelt zu – und zog es vor, in Krimis zu schmökern oder Nachmittagsvorstellungen im Kino zu besuchen. Der Rückzug in innere Welten scheint nach der etwas zu gefälligen Dancepop-Phase die richtige Kur gewesen zu sein. Die neue Intensität steht Goldfrapp, und Schwarz scheint die passende Farbe dafür.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Annemarieke van Drimmelen

Goldfrapp, ?Heimathafen Neukölln, Mi 23.10., 21 Uhr, ?ausverkauft

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