Konzerte & Party

Lee Fields im Lido

Lee Fields

Wenn man wissen will, wie man sich im Musikgeschäft durchbeißt, muss man Lee Fields fragen. Er wird sagen, dass man an seine Sache glauben muss; auch in Zeiten, in denen gar nichts zu laufen scheint. Angefangen hat es für ihn mit der 7”-Single „Bewildered“ im Jahr 1969. Es war eine Ballade, die an Solomon Burke erinnerte. Das war auch das Problem für Lee Fields. Er hatte eine tolle Stimme, aber es gab genügend andere Sänger, die das auch von sich behaupten konnten. Fields blieb nichts anderes übrig, als sich durchzukämpfen. Er veröffentlichte weitere Singles und 1979 sein erstes Album „Let’s Talk It Over“, das in diesem Jahr vom Retro-Soul-Label Truth and Soul neu aufgelegt worden ist. Die Wende zum Besseren kam erst 1999 mit dem Album „Let’s Get a Groove On“. Diese Veröffentlichung fiel in eine Zeit, als echter Soul wieder gefragt war: HipHop-Produzenten und französische Disco-Funk-Freaks suchten Stoff für Samples, britische Rare-Groove-Enthusiasten brauchten Nachschub für ihre Partys. Heute steht Fields so gut wie noch nie da. Die Truth-and-Soul-Hausband The Expressions begleitet ihn blendend. Das letzte Studioalbum „Faithful Man“ begeistert mit Geschichten aus dem wahren Leben und dem Vortrag eines Sängers, der auch im reifen Alter noch richtig aus sich herausgehen kann. Das wird Fields jetzt wieder tun, bei seinem dritten Berlin-Auftritt innerhalb kürzester Zeit. Da legt er ein ganz schönes Pensum hin. Es scheint, als wolle er dem großen James Brown nacheifern, der als der am härtesten arbeitende Mann im Showgeschäft in die Geschichte eingegangen ist.

Text: Thomas Weiland

Foto: Davi Russo

Lee Fields & The Expressions, Lido, So 4.8., 20.30 Uhr, VVK: 26 Euro

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