Konzerte & Party

Left Boy im Astra

LeftBoy
„If I can make it there, I’ll make it anywhere“, hat Frank Sinatra mal gesungen. New York um den Finger zu wickeln, das schwebte auch Ferdinand Sarnitz alias Left Boy vor. Dorthin zog der Spross des Wiener Künstlerpaares Andrй Heller und Sabina Sarnitz nach dem Schulabschluss. Eine Weile nahm er eigene Tracks am Laptop auf und stellte sie mit spaßigen selbst gedrehten Videoclips ins Netz. Das brachte dem 25-Jährigen mit der nölig-hellen Sprechsingstimme zwar viele Sympathien auf YouTube und Facebook – aber noch nicht den ersehnten Ruhm.

„Als ich mein erstes Mixtape ins Internet stellte, dachte ich, dass es mein Leben verändern wird“, erzählt er im Interview. Die nachdenkliche Rap/Pop-Ballade „Your Song“ etwa, die auf einem Orgelmotiv im Retrofunk-Modus von Daft Punk aufgebaut ist, hielt Sarnitz für einen sicheren „Megahit“. Inzwischen scheint der Autodidakt und Sample-Verrückte aber seinen Frieden damit gemacht zu haben, dass die Dinge nicht ganz so rasant nach vorne gingen wie die Partytracks seines Debütalbums: „Security Check“ oder „Get It Right“ etwa, die sich im Zickzack-Kurs zwischen Rap, Pop und Grime bewegen, samt Infusion hübsch vergilbten 70er-US-Pops.

Dabei findet der Österreicher eine sehr zeitgemäße Mixposition zwischen Stil-Fetischismus, polyglottem Nerdtum und Selbstironie. Vier Jahre lang hat Left Boy an seiner erfreulich stilsicheren Platte gefeilt. Von hier aus kann es in eine Menge Richtungen weitergehen.

Text: Ulrike Rechel

Left Boy Astra, Di 18.3., 20 Uhr, VVK: 28 Ђ zzgl. Gebühr

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