Art-Electro-Pop

Liima spielen im Festsaal Kreuzberg

Das finnische Allstar-Projekt Liima ist nun eine echte Band geworden

Bei ihrem ersten Album „ii“ musste der Bandname noch Programm sein. Auf Finnisch heißt Liima nämlich Klebstoff. Tatsächlich wurden für das gleichnamige Electro-Pop-Projekt recht unterschiedliche Ansätze, Musik zu machen, zusammengeführt: Eighties-inspirierter Synthiepop mit reichlich Kunstwillen, wie er zum Markenzeichen der dänischen Band Efterklang geworden ist – samt einer deutlichen Schlagseite in Richtung Kitsch. Und verspielt-verspulte Sounds, wie sie der improvisationsfreudige finnische Perkussionist Tatu Rönkkö bastelt. Damit diese Mixtur nicht auseinander fällt, kann ein bisschen Extra-Kitt nicht schaden.

Mittlerweile ist aus dem Projekt eine echte Band geworden, zu der Rönkkö so viel beiträgt wie die drei Herren von Efterklang. Das zweite Album „1982“ wirkt jedenfalls organisch, wie aus einem Guss. Die Theatralik, typisch für Efterklang, ist weiter vorhanden. Doch im Detail ist der Sound komplexer: Rönkkös perkussive Klöppeleien schaffen Brüche, um Pathos und Klebrigkeit auszubalancieren. Und Disparates wie Postrock, Folk-Electronica und Orchestermusik findet dank eingängiger Melodien zusammen. Auf den zweiten Blick ist das Ganze bisweilen sogar ziemlich abgründig, vor allem auf Textebene. „All The World is/ Coming down now“ wiederholt Sänger Casper Clausen in „2-Hearted“ fast mantrahaft. Das klingt nicht nach einem nostalgischen Blick ins Jahr 1982, sondern verdammt nach Gegenwart.

Festsaal Kreuzberg Am Flutgraben 2, Treptow, Mi, 17.1., 20 Uhr, VVK 18,70 € zzgl. Gebühren

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