Konzerte & Party

Little Simz im Yaam

Little Simz

Es gab Zeiten, da wurde Briten stark empfohlen, das mit dem Rappen besser zu lassen. Man hätte keine Chance gegen die amerikanischen Kollegen, so die einhellige Meinung. Dann erschien 1999 das Debütalbum von Roots Manuva, ihm folgten Ms. Dynamite, Dizzee Rascal und zuletzt Young Fathers. Der nächste Name, den man sich merken muss, ist Little Simz. Zu sagen, die im Norden Londons geborene junge Frau, die eigentlich Simbi Ajikawo heißt und das 20. Lebensjahr gerade überschritten hat, sei arbeitseifrig, ist eine glatte Untertreibung. Zehn Mixtapes und EPs hat sie seit 2010 veröffentlicht. Zu ihnen gesellte sich im letzten Jahr das erste Album „A Curious Tale Of Trials + Persons“, mit dem sie sich von ihrer kämpferischen Seite zeigt. Frauen könnten nicht fliegen, keine Anführer sein und müssten akzeptieren, dass Ruhm nicht für alle gemacht ist. Die Ernennung zu Königen (nicht Königinnen, wohlgemerkt!) sei aber möglich. Simz kann sich dabei auf die Musik im Hintergrund verlassen, die sich um minimale Elektronik, geradlinigen Pop oder ruppigen Hard-Rock dreht. Als ob das nicht genug wäre, hat sie kurz vor Weihnachten auch noch eine weitere EP namens „Age 101: Drop X“ veröffentlicht. Dieses Mal redet Simz zusammen mit verschiedenen Leuten aus dem Rap-Underground. „Dead under water I can see you drowning“, lässt der aus Chicago stammende Mick Jenkins warnend wissen. Damit kann er nicht ernsthaft Simz meinen. Ihr Aufstieg geht unaufhörlich weiter.

Text: Thomas Weiland

Foto: Dave East

Little Simz, Yaam, An der Schillingbrücke 3, Friedrichshain, Mi 20.1., ?20 Uhr, VVK: 22 Euro zzgl. Gebühr

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