Boss-Rock

Little Steven spielt in der Columbiahalle

Unwahrscheinliches Comeback: Little Steven kann’s auch alleine

Little Steven

Es ist eine heitere Pointe seiner eher unebenen Solokarriere, dass Steven van Zandt jetzt, mit 67 Jahren, ein Comeback als Frontman erlebt. Für ihn fühlt es sich an wie eine Wiedergeburt. Eine, die lange Jahre vielleicht nicht unmöglich schien. Nur total undenkbar. Denn Little Steven ist eher der Sidekick der Herzen. Ob in Springsteens E Street Band oder als Silvio Dante bei den „Sopranos“ (in „Lilyhammer“ gab er immerhin den Führungs-Mafioso Frank „The Fixer“ Tagliano). 1975 half er Kumpel Bruce, einen Schlüsselsong auf „Born To Run“ zu vollenden, bog dem Boss auch das Gitarrenriff zum Titelsong hin, verließ aber die E Street Band 1984 für eine Solo­karriere. Ungünstigerweise kurz bevor sich die anderen E-Street-Kollegen auf der „Born In The U.S.A.“-Tour Eigenheime zusammen­musizierten. Bei der Band-Reunion 1999 lud er sich dann quasi selbst mit ein.

Seine besten Songs schrieb er aber über die Jahre oft für andere, Southside Johnny etwa oder zuletzt Darlene Love. Einige davon hat er sich jetzt für „Soulfire“, seinem ersten Studioalbum seit 18 Jahren, zurückgeholt. Man kann sagen: Little Steven covert sich selbst. Die zwölf Stücke sind mit saftigen Powerchords, fordernden Drums und funky Bläsern eine wilde, strikt altmodische Mischung aus Soul, Motown, Garage Rock (seine Radiosendung ist eine Instanz auf dem Terrain), Blues oder Doo-Wop. Live rollt er mit den 15(!)-köpfigen Disciples of Soul an. Bei einer Wiedergeburt ist eben keiner gern allein.

Columbiahalle Columbiadamm 13 – 21, Kreuzberg, Sa 2.12., 20 Uhr, VVK 55 €

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