Konzerte & Party

„Live aus Berlin“ von Peter Fox

Peter FoxNormalerweise gehen sich Polizei und Kreuzberger Künstler lieber aus dem Weg. Im letzten Sommer war das anders. Da erkundigte sich der zuständige Einsatzleiter an der Freilichtbühne Wuhlheide bei Peter Fox persönlich, wann denn das zwei­te Album des Sängers erscheine. So weit ist es also schon gekommen. Sogar die Ord­nungs­­hüter stellen sich diese eine Frage, die den deutschen Pop-Fan zurzeit am meisten bewegt. Wird er oder wird er nicht? Auch der Beamte bekam die Antwort, die wir alle kennen: „Mal schauen.“
Zu sehen ist der kleine Dialog auf der DVD „Peter Fox & Cold Steel – Live In Berlin„. Berlins Vorzeigerotschopf und Regisseur Sven Haeusler haben sich auf keine halben Sachen eingelassen. Anstatt den Leuten bloß einen routiniert inszenierten Mit­schnitt von einem der vier ausverkauften Konzerte in der Wuhlheide vorzusetzen, gestatten sie auch Einblicke hinter die Kulissen. Wir erleben, wie Musiker wach werden, lernen die Mitglieder der amerikanischen Drumline Cold Steel kennen und erfahren etwas über die Stimmung vor und nach dem Konzert. Der Gig selbst ist mit fetter Band, etwas Miss Platnum und gekonntem Trommelspiel nach wie vor ein Ereignis.
Fox wird dieses gigantische Affentheater nur schwer übertreffen können. Deshalb unternimmt er zunächst auch gar keinen Versuch in diese Richtung. Er kehrt lieber zu Seeed zurück und spielt mit der Band das vierte Album ein. Doch früher oder später wird sich Fox mit den Folgen seiner Eigenleistung auseinandersetzen müssen, dafür ist diese einfach zu gut gewesen.

Text: Thomas Weiland

Peter Fox & Cold Steel, „Live aus Berlin“
(Warner), DVD

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