Konzerte & Party

Lloyd Cole im Heimathafen Neukölln

Lloyd Cole

Nach seinem Debüt „Rattlesnakes“ vor 29 Jahren waren alle voller Hoffnung, dass da ein Großer heranwächst. Lloyd Cole war belesen und konnte im Titelsong sogar den schwierigen Namen Simone de Beauvoir unfallfrei aufsagen. Seine Band The Commotions spielte selbstbewusst, aber nicht arrogant auf. Die Produktion von Paul Hardiman passte punktgenau. Und als Songschreiber traf Cole nicht nur mit „Perfect Skin“ oder „Are You Ready To Heartbroken?“ den Nerv. Trotzdem landete er nach dem perfekten Start auf der Holperpiste. Er trennte sich überhastet von den Commotions und zog 1989 nach New York um, wo er schnell Fuß fasste. 1991 legte Cole mit „Don’t Get Weird On Me“ eines seiner besten Alben vor, dem die Plattenfirma jedoch die Unterstützung verweigerte, trotz fabelhafter Stücke und allen Qualitäten aus „Rattlesnakes“-Zeiten. Nach diesem Rückschlag machte der Sänger unbeirrt weiter, scherte sich fortan aber nicht mehr um das kommerzielle Potenzial seines Schaffens. Es gab sogar extreme Seitfallschritte wie mit den elektronischen Ambient-Instrumentals auf dem Album „Plastic Wood“, auf das in diesem Jahr mit Cluster-Legende Hans-Joachim Roedelius eingespielte Aufnahmen auf „Selected Studies, Vol. 1“ folgten. Am besten kommt der Brite im amerikanischen Exil aber nach wie vor im angestammten Revier zur Geltung. Sein jüngstes Album „Standards“ enthält alles, was man an ihm schätzt. Zeitlose Songs natürlich. Und nicht zuletzt gute Geschichten.

Text: Thomas Weiland

Foto: Kim Frank

Lloyd Cole, ?Heimathafen Neukölln, Mo 9.12., 21 Uhr, ?VVK 24 Euro zzgl. Gebühr

Mehr über Cookies erfahren