Konzerte & Party

Local Natives im Bang Bang Club

Local NativesGibt es so etwas wie eine neue Hippie-Generation? Eine, die nicht mehr politisiert ist, aber die vollelektronische Moderne ablehnt und sich wieder nach Natürlichkeit sehnt? Man muss sich nur in Los Angeles umschauen, schon wird man fündig. Dort, genauer gesagt im alternativ orientierten Stadtteil Silverlake, leben die fünf Mitglieder von Local Natives seit fast vier Jahren zusammen in einem Haus und machen Musik. Nach einer längeren Phase der Selbstfindung mit unzähligen verworfenen Ideen sind sie im Vorjahr endlich auf einen gemeinsamen Nenner gekommen. Auf welchen, ist nicht schwer zu erraten. Man muss nur flüchtig in das Debütalbum „Gorilla Manor“ hineinhören, schon denkt man: Fleet Foxes. Vor allem der mehrstimmige Gesang, die entrückten Melodien und die Vorliebe für akustische Instrumente lassen keinen anderen Schluss zu.
Der Fairness halber muss man aber ergänzen, dass „Gorilla Manor“ ein in sich stimmiges, mit vielen feinen Ideen versetztes Debüt ist. Außerdem denkt das Quintett nicht stur in eine Richtung. Neben Westküsten-Folk liebäugeln diese Leute auch mit Afro-Pop und Post-Rock. Als Vorbilder bringen sie selbst die Talking Heads ins Spiel. Von ihnen haben Local Natives den Song „Warning Sign“ gecovert, eines der nicht ganz so bekannten Stücke im Њuvre der New-Wave-Granden. „Auf diese Band können wir uns alle einigen, deshalb musste ein Stück von ihnen dabei sein. Ein wichtiger Einfluss für mich waren immer die frühen Sachen der Beatles, mit denen hat mich mein Vater als Kind in den Schlaf gesungen. Und The Mamas & The Papas, wegen des Harmoniegesangs“, informiert Sänger Kelcey Ayer. Ein Stück weit sind Local Na­tives dem Geist der Hippie-Ära also schon auf der Spur.

Text: Thomas Weiland

Local Natives, Bang Bang Club, Di 2.2., 21 Uhr, VVK: 11 Euro

Tickets www.tip-berlin.de/tickets

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