Konzerte & Party

Lone im Gretchen

Lone

Matt Cutler ist ein klassischer Einzelgänger. Er sitzt in Nottingham die meiste Zeit bei spärlichem Licht vor dem Computer und entwickelt unter diesen Bedingungen Stücke, die er seit acht Jahren regelmäßig unter dem Namen Lone veröffentlicht. Cutler liebte schon immer den HipHop der Produzenten Madlib und ?J Dilla, die idyllischen Klanglandschaften von Boards Of Canada und später die psychedelisch-übernächtigte Atmosphäre in den Arbeiten von Flying Lotus. Auf seinem ersten, richtigen Album „Lemurian“ strickte der Engländer daraus das Material für eine Dream-Hop-Reise mit hohem Wohlfühlfaktor. Aber er ist nicht auf eine Richtung festgelegt. Immer mehr drängt sich bei ihm ein Sound in den Vordergrund, den man eigentlich schon verdrängt hatte. Auf seinen jüngsten Alben „Galaxy Garden“ und „Reality Testing“ hört man Techno-, House- und Ambient-Einflüsse, transferiert aus einer Zeit, als sie noch nicht nach Routine klangen. Als ein Larry Heard seine Tracks auf infektiösen Pianoakkorden aufbaute und 808 State oder The Beloved mit sehr viel Gefühl zu Werke gingen. Erst war es Cutlers persönliche Präferenz, aber jetzt findet er damit immer mehr Freunde. Der beste Beweis sind die von ihm produzierten Tracks „Miss Amor“ und „Miss Camaraderie“, mit denen das Debüt von Azealia Banks ausklingt. Der einsame Mann wird Teil eines Trends, wer hätte das gedacht?

Text: Thomas Weiland

Foto: Mary Stamm-Clarke

Lone, Gretchen, Obentrautstraße 19-21, Kreuzberg, Fr 13.3., 23.30 Uhr, AK 8 Euro vor Mitternacht, 12 Euro danach

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