Konzerte & Party

Lorde in der Columbiahalle

/Lorde_c_JamesKLoweTief und soulig ist sie, gleichzeitig aber auch extrem lässig und frisch. Lorde hat ohne Frage eine bemerkenswerte Stimme. Die noch größere Leistung ist aber eigentlich die folgende: Ein perfekt durchinszeniertes Album so unangestrengt und spontan klingen zu lassen, als habe man es in einer nächtlichen Session im eigenen Homestudio mal eben in einem Guss runterproduziert.

Dabei ist genau das Gegenteil der Fall: Die heute 17-jährige Neuseeländerin unterschrieb bereits mit 13 einen sogenannten Development-Vertrag bei Universal, der ihr genug Zeit einräumte, sich als Künstlerin zu entwickeln. Bei so viel Vorlauf wundert es nicht, dass Lordes Debütalbum „Pure Heroine“ dem vertonten Ergebnis einer Marktforschungsanalyse mit dem Titel „Die aktuell angesagtesten ­Musikstile“ ziemlich nahekommt: Die Dubstep-Einflüsse, der leichte R’n’B-Touch, der Mini­malismus, der Percussion Overload, die raue HipHop-Attitüde – sie alle machen Lordes Sound zu gleichen Teilen aus.

Und noch etwas hat die Neuseeländerin während ihrer Karriere-Prep-Phase gelernt: Den größten Zuspruch bekommt, wer es schafft, sich genau an der Schnittfläche zwischen Underground und Mainstream anzusiedeln. Lorde ist das gelungen – ihrem Beraterteam sei Dank. Neben den anspruchsvollen Vocal Lines, die über das typische Pop-Spektrum hinausgehen, sind es wohl vor allem ihre Lyrics, die Lorde auch bei Mainstream-Gegnern punkten lassen. „Don’t you think that it’s boring how people talk?/Making smart with their words again, well I’m bored“ heißt es im Track „Tennis Court“. 

Text: Henrike Möller

Foto: James K Lowe

Lorde Columbiahalle , Do 29.5., 20 Uhr, VVK: 26 Ђ zzgl. Gebühr

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