Konzerte & Party

Low im Lido

lowAlan Sparhawk sitzt im Cafй eines Berliner Hotels und rückt nervös auf seinem Stuhl. Die Weltnachrichten, fast wöchentlich mit neuen dramatischen Ereignissen, lassen dem Songwriter keine Ruhe. Wo Amerika doch genug mit sich selbst zu kämpfen hat, an verhärteten Fronten zwischen Liberalen und Ultrakonservativen. Mit Low hatte sich der feinnervige Sänger 2007 den Nachwehen des Irakkriegs gewidmet. „Drums And Guns“, das wohl grimmigste Werk der Langsamkeitsästheten aus Duluth, trug den Krieg schon im Titel. Der Nachfolger „C’mon“ klingt nun optimistischer. Sparhawk umschreibt den Grundton als „Geste nach innen; diesmal war mir mehr danach, mich nur an Personen zu richten, die ich liebe“. Die intime Stimmung hört man dem Album vom ersten Takt an. Statt programmierter Beats und aufgekratzter Elektronik ist die Atmosphäre in warme Klänge getaucht: schlichtes Schlagzeug von Mimi Parker, leichte Akustikgitarrenakkorde oder die Slide wie im ernsten „Done“, das mit dichtem Harmoniegesang der Ehepartner Sparhawk/Parker an einen Choral erinnert. „Das neue Album klingt wie zwei Menschen, die sich mitei­nander unterhalten; zwei, die sich kennen oder lieben. Die Songs wollten wohl wieder purer sein und schöner.“ Ihre alten Stärken spielen die „Slowcore“-Erfinder auf bekannt sensible Weise aus – mit entsprechend tröstlicher Wirkung.

Text: Ulrike Rechel

Low & Chairkickers Lido, Mo 30.5., 21 Uhr, VVK: 20 Ђ

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