Konzerte & Party

Lucinda Williams

Lucinda Williams

Sie ist die Ikone modernen Americanas, die weibliche Antwort auf Bob Dylan, und Säulenheilige für alle, denen intelligentes Songwriting nicht nettes Hobby, sondern Haltungs- und Überlebensfrage ist. Und fast könnte man auf die Idee kommen, das Leben garantiere ein Happy End, denn für Lucinda Williams stehen die Sterne so gut wie nie zuvor. Seit 2009 ist sie glücklich verheiratet, pflegt mit Tom Overby auch eine Partnerschaft in allen Belangen ihrer künstlerischen Tätigkeit, und sie befindet sich in ihrer stärksten Produktivphase seit sie 1980 mit „Happy Woman Blues“ ihr erstes Album mit eigenen Songs veröffentlichte. Nur knapp anderthalb Jahre nach dem Doppelalbum „Down Where the Spirit Meets the Bone“ und der Gründung eines eigenen Labels veröffentlicht die dreifache Grammy-Gewinnerin das Album „The Ghosts Of Highway 20“, eine Reise durch den Süden der USA mit Stationen in Birmingham, Jackson, Dallas, Shreveport und Atlanta, die nicht nur Stationen nationaler Ereignisse und Mythen sind, geprägt von Bürgerkrieg, Rassenhass, Lynchjustiz und ungelöster Verbrechen, sondern auch die Stationen des Lebenswegs der im Süden verwurzelten 62 Jährigen. Schon oft handelten ihre Songs von Orten der Kindheit und Jugend, von Lake Charles, Lafayette und Baton Rouge, ihre dunklen Stimmungen, ihr Liebesschmerz und die rastlose Sehnsucht fanden keine bessere Heimat als im Deltablues, und ihre um Schönheit und Tiefe ringenden Worte zeigen ihre Nähe zu den großen Dichtern des Südens, darunter ihr einflussreicher Vater Miller Williams. Galt Lucinda Williams lange als Expertin für Beziehungsfragen, so widmet sie sich mittlerweile den großen, drängenden Fragen der Gesellschaft und zeigt damit ihren Reifegrad, der sie mit den Jahren zu einer in sich ruhenden, Performerin macht.    

Text: Christine Heise

Foto: Promo

Kulturbrauerei Knaackstr. 97, Prenzlauer Berg, Di 26.1., 20 Uhr, VVK: 38 Euro zzgl. Gebühr

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