Konzerte & Party

Lucius im Magnet

Lucius

Kaum zu glauben, aber es gibt auch in Zeiten guter Vernetzung noch immer Alben, die bei uns im Vergleich zum Ursprungsland mit erheblicher Zeitverzögerung erscheinen. So ist es auch jetzt wieder bei „Wildewoman“ von Lucius. Diesen Longplayer gibt es in den USA bereits seit einem halben Jahr. Allerdings war der Oktober nicht der ideale Monat für diese Veröffentlichung. Der von positiven Schwingungen durchzogene Pop der Band passt viel besser in den Frühling. Bei Lucius steht der klare Gesang von Holly Laessig und Jess Wolfe an erster Stelle. Die beiden haben ihn sich am Berklee College  of Music angeeignet und verfügen damit über einen Erfahrungsschatz, der bei Indie-Bands nicht üblich ist. Richtig herausgetraut haben sich die ähnlich aussehenden, aber nicht miteinander verwandten Frauen damit erst spät. Auf ihrem ersten Album „Songs From The Bromley House“ zierten sie sich noch und gaben sich wie zarte Folk-Pflänzchen. Überreste davon halten sich, aber es ist nicht zu überhören, dass sich Lucius inzwischen viel breiter aufstellen. In „Turn It Around“ stürzen sie sich auf den Girl-Pop der Ronettes und genau den Überschwang im Sound, für den damals Produzent Phil Spector gesorgt hat. „Hey, Doreen“ würde auf dem Album von Haim nicht deplatziert klingen. „Tempest“ ist laut amerikanischem Rolling Stone einer der 50 besten Songs des Jahres 2013 und zum Teil vom Synthie-Pop inspiriert. „Nothing Ordinary“ hält, was der Titel verspricht. Hier sind Björk und Kate Bush ganz nahe. Man weiß nie, was bei dieser Band so alles kommt. Aber am Ende überzeugt es immer.

Text: Thomas Weiland

Foto: Peter Larson 2013

Lucius?, Magnet, Fr 11.4., 20 Uhr, ?VVK 10 Euro zzgl. Gebühr

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