Konzerte & Party

Lykke Li im Admiralspalast

Lykke Li

Unlängst stellte Lykke Li ihre erste Modekollektion vor: Alles ist in Schwarz gehalten, unterbrochen höchstens mal von einem schlichten weißen Hemd а la Patti Smith. Die Schuhe hat Li ohne Absatz vorgesehen, „weil sie die Party ruinieren können“, wie die Neudesignerin findet. Der Dresscode Schwarz kommt natürlich nicht von ungefähr und deutet auf den Grundton ihres jüngsten Albums hin, „I Never Learn“. Das klingt entsprechend nachtschwarz und wurde teils von Gothic-Dreampop nach Art von This Mortal Coil inspiriert. Die Signale sind klar: Wer die Schwedin mit dem angerauten Sopran noch immer für ein süßes Popgirlie hält, hat wichtige Entwicklungsstadien verpasst.
Ihr Album „Wounded Rhymes“, das 2011 den Hit „I Follow Rivers“ mit sich brachte, war ein episches Trennungsalbum; der Nachfolger ist nun so etwas wie ein langsam fließendes Manifest eines untröstlichen Herzens.
An einen Hit für die Tanzfläche а la „Get Some“ – oder gar an Indie-Ohrwürmer nach Art von „Little Bit“ – ist nicht mehr zu denken, da ist Lykke Li so konsequent wie mit ihrer Farbpalette. Mit ihrer Wandlung hat die 28-Jährige nebenbei neue Freunde und Fans erschlossen: reife Männer wie David Lynch etwa, die ihre eigenen Platten gern mit Lis Auftritt schmücken. Zuletzt klopften gar U2 an, um den epischen Tränenzieher „The Troubles“ mit ihrem verwundbaren Timbre zu veredeln und sich nebenbei einen gewissen Hipness-Faktor zu sichern. Li selbst hat Gesangsgäste nicht weiter nötig, da ist sie ganz Diva.

Text: Ulrike Rechel

Lykke Li, Admiralspalast, Friedrichstraße 101-102, Mitte, ?Mi 5.11., 20 Uhr, VVK: ab 33 Euro zzgl. Gebühr

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