Konzerte & Party

Lykke Li im Astra Kulturhaus

Lykke Li

So ein Remix ist eine feine Sache. Durch ihn gewinnt man Songs eine andere Seite ab. Schwierig wird es, wenn so ein Remix viel erfolgreicher ist als das gesamte Material des Originalinterpreten. Dann erwarten alle, dass sich nachfolgend alles wie im Remix anhört. Lykke Li kennt dieses Problem. Sie hatte sich mit dem anspruchsvollen Pop auf den Alben „Youth Novels“ und „Wounded Rhymes“ einen guten Ruf erspielt. Dann wurden sie und die Öffentlichkeit mit der Umbearbeitung von ?„I Follow Rivers“ aus der Werkstatt von The Magician überrollt. Diese Version machte aus dem Song einen tödlichen Ohrwurm und Nr.-1-Hit, der sich über ein Jahr lang in den Charts hielt. Das war reichlich bizarr. Entsprechend gespannt dufte man sein, wie die 28-Jährige auf den Erfolg reagiert. Jetzt, da das neue Album ?„I Never Learn“ vorliegt, hat man Gewissheit, dass sie sich nicht unter ein Joch bringen lässt, sondern weiter ihren eigenen Weg geht. Dabei ließ sie sich von höchst unterschiedlichen Frauen inspirieren. Eine davon ist Hope Sandoval, die Sängerin der Dream-Pop-Band Mazzy Star. An deren entrückten Vortrag denkt man immer dann, wenn Li auf ein minimales Arrangement setzt. Die anderen für das Verständnis entscheidenden Frauen heißen Agnetha Fältskog und Anni-Frid Lyngstad. Sicher, das ist im ersten Moment ein sehr offensichtlicher, ja banaler Vergleich. Aber wenn man hört, wie sich der Gesang in „No Rest For The Wicked“ vervielfacht, mit voller Wucht auf den Hörer zukommt und das Klavier obendrein wie bei ABBAs Benny Andersson klingt, kann es keinen Zweifel mehr geben.

Text: Thomas Weiland

Foto: Josh Olins

Lykke Li, ?Astra, Di 29.4., 20 Uhr, VVK 35 Euro zzgl. Gebühr

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