Konzerte & Party

M.I.A. im Huxleys

M.I.A.

Lange hielt man Maya Arulpragasam alias M.I.A. bloß für eine bunte Multikulti-Künstlerin mit spannenden Beats. Dann ertönten die Pistolenschüsse im Song „Paper Planes“,  gefolgt von kompromisslos metzelnden amerikanischen Soldaten im Video zu „Born Free“. Spätestens da musste jedem klar sein, dass man es hier mit einer Frau zu tun hat, die zeigen will, dass auf dieser Welt nicht alles mit rechten Dingen zugeht. In dieser Hinsicht ist sie wie ihr Vater, der tamilischer Freiheitskämpfer war und nach dem ihr erstes Album „Arular“ benannt ist. Nur: Kann das gut gehen? Pop und Politik bilden traditionell eine schwierige Allianz, gerade in den USA, wo M.I.A. ausgerechnet mit dem Sohn des Chefs der Musiksparte des Warner-Konzerns zusammenlebt. Kapital und Aufruhr unter einem Dach – es scheint zu funktionieren und die Kreativität nicht zu beeinträchtigen. Mit dem aktuellen Album „Maya“ dreht die 35-Jährige weiter am Rad der Konfrontation. Einmal mit bruchstückhaften Texten, die sich um die Furcht vor dem Überwachungsstaat drehen. Zum anderen aber auch musikalisch. Nie klang Maya so aufgekratzt, widerborstig und experimentell. Hauptkollaborateur ist dieses Mal der Londoner Dubstep-Produzent Rusko. Ebenfalls auf dem Album dabei: Sleigh Bells. Das New Yorker Duo unterstützt seine Mentorin auch im Vorprogramm.

Text: Thomas Weiland

M.I.A., Huxleys, Mi 17.11., 20 Uhr, VVK: 30 Euro

Mehr über Cookies erfahren