Chill-Pop

Mac DeMarco im Astra

Stock im Arsch: Entspannt in der Musik, enthemmt auf der Bühne: Mac DeMarco

Coley Brown

Die Diskrepanz zwischen Mac DeMarcos schönem, wenn auch arg entspanntem Songwriting und seiner oft extremen Bühnen-­Persona (Bierduschen, Werwolf-Geheul, manchmal auch ein Drumstick im Hintern) war immer schräg. Doch genau die Spannung ­zwischen Slackertum – er klingt wie ein schlaftrunkener John Lennon, spielt Gitarre wie ein Surfer am Lagerfeuer und singt über Liebschaften, die vor allem in seiner Fantasie stattfanden – und den manischen Shows ist vermutlich der Grund, dass seine Fangemeinde rapide wuchs. Es wird einfach nie langweilig mit dem Kanadier, auch wenn sein Sound zum Entspannen in der Hängematte einlädt. Trotzdem wünschte man sich, er würde sein beachtliches Songwriting-Talenten mehr aus seiner Wohlfühl-Zone herausbewegen: Sein Sound ist oft gut, bisweilen hörte man ­DeMarco seine Begeisterung für die Soundtüfler von Steely Dan an. Aber da ginge noch mehr. Neuerdings findet sich zumindest auf Textebene eine neue Ernsthaftigkeit. Auf dem aktuellen Album „This Old Dog“ beschäftigt er sich mit seinem Vater, von dem der Mittzwanziger wenig Gutes zu berichten hat – und den er zu seinem Erschrecken mittlerweile in sich wiedererkennt, wenn er in den Spiegel guckt. Die Mischung aus ernsten Themen und leicht bekiffter Präsentation, sie steht Mac DeMarco.

Astra Revaler Str.99, Friedrichshain, Mi 8. + Do 9.11., 20 Uhr, VVK 25,50 €

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